Wir sind Erde.


Grundlegende Gedanken zur Klimakrise.
Der große Irrtum der Menschen, besonders der Industrienationen:

Wir sind nicht die Herrscher der Erde, wir unterliegen den Gesetzen der Natur, wir sind Teil der Erde: Wir sind Erde.

oder in den Worten von Naomi Klein:

„Stop pretending we can control nature and start acting like we are nature“.

>> Quelle: Klein, Naomi und Lewis, Avi (2015): This Changes Everything. Film-Doku inspiriert durch Naomi Kleins Buch This Changes Everything: Capitalism vs. the Climate, deutscher Titel: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima.

Wesentlich nüchterner – aber in beeindruckender Einfachheit – beschreibt der Club of Rome diesen Sachverhalt:

„Dass die Wirtschaft ein Subsystem der Ökosphäre ist, scheint zu offensichtlich, um es extra zu betonen.“

>> Quelle und Zitat: Weizsäcker, Ernst Ulrich von/Wijkman, Anders et al. (2017): Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Eine neue Aufklärung für eine volle Welt. Club of Rome: Der große Bericht. Gütersloh: Güterloher Verlagshaus, S. 110.


Damit ist im Grunde genommen alles gesagt.

Hinzufügen kann man noch…

… die Worte von Papst Franziskus, der ein äußerst fundiertes Buch über die Klimakrise verfasst hat:

„Wenn wir die Schöpfung (Natur) zerstören, wird die Schöpfung (Natur) uns zerstören.“

Papst Franziskus bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz am 21. Mai 2014 – Verfasser der Umweltenzyklika Laudato si‘ (2015), in der der Papst deutlichst zum Kampf für den Klimaschutz und Klimagerechtigkeit aufruft. Gleiches tut er in der 2018er Kino-Dokumentation Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes vom Wim Wenders, die über weite Strecken als bildgewaltige Klimakrisen-Doku daherkommt.

Anders als bisherige Weltkrisen stellt die Klimakrise unser Wirtschaftssystem samt angeblichem Wachstumszwang und unseren gesamten westlichen Lebensstil in Frage.


Die Soziologin Anita Engels über Gründe für die Härte, mit der die Klimadebatte geführt wird:

  • „Man darf nicht vergessen, was auf dem Spiel steht. Wirtschaftliches Wachstum basiert in der Industriegesellschaft, wie wir sie kennen, auf dem unbegrenzten Gebrauch fossiler Brennstoffe. Jedes politische Bemühen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, berührt nicht nur viele Interessen, sondern fordert unser gesamtes Wohlstands-Modell heraus.“

>> Quelle: Täubner, Mischa (2019): „Klimawandel – Panik hilft nicht“. [Interview mit Anita Engels.] in: brand eins. online unter: https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2019/gefuehle/klimawandel-panik-hilft-nicht?utm_source=zeit&utm_medium=parkett (Abrufdatum 9.6.2019) | Zum Thema Wachstum s.a. Abschnitt Glaubenssätze dechiffriert: Von „Wachstumszwängen“ und anderen Glaubenssätzen.

Anders drückt Naomi Klein es aus:

„Was unser Klima braucht, um nicht zu kollabieren, ist ein Rückgang des Ressourcenverbrauchs durch den Menschen; was unser Wirtschaftsmodell fordert, um nicht zu kollabieren, ist ungehinderte Expansion.

Nur eines dieser Regelsysteme lässt sich verändern – und das sind nicht die Naturgesetze.“

>> Quelle: Klein, Naomi (2015): Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima. S. 33

Unser grundlegendes Problem:

Wir haben – endlich – anzuerkennen, dass die Natur nicht mit sich handeln lässt. Übrigens: Die Natur kennt uns gar nicht.

… das ist ein Gedanke von Harald Lesch (Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator), hier nachfolgend als Zitat:

  • „Die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Ich glaube, dass es ein ganz, ganz großer Fehler ist, zu glauben, man könne mit der Natur irgendwelche Geschäfte machen, irgendwelche Deals, so DitFürDat-Geschäfte – „da geht doch noch irgendwas“ oder so was. Das tut mir leid: Die Natur kennt uns gar nicht. … Ihr ist es völlig egal. … Es handelt sich tatsächlich darum, anzuerkennen, dass es eine absolute Größe im Hintergrund gibt und die wird sich auch nicht ökonomischen Zielen irgendwie zuwenden.“

>> Quelle: Lesch, Harald (2016): „Keynote: Harald Lesch fordert endlich Konsequenzen aus dem Wissen um den Klimawandel zu ziehen“. in: Internationale Agrarkonferenz November 2016, veröffentlicht von Bündnis 90/Die Grünen, Upload 21.11.2016, online unter: www.youtube.com/watch?v=0r39TopOe4I (Abrufdatum 9.6.2019)

Zeit für einen Perspektivwechsel:

„Unser Planet ist ist eine wunderbare Oase inmitten unbelebter Sterne, in der das Leben herrlich ist: ein wahres Wunder eben.“

Pierre Rabhi (*1938), französischer Schriftsteller, Landwirt und Umweltschützer. Autor von Manifest für Mensch und Erde im Interview in der Doku Tomorrow. Die Welt ist voller Lösungen von Melanie Laurent, Melanie und Cyril Dion (2016).

Wir sollten uns künftig als Gast der Oase „Erde“ begreifen – denn, was macht man mit Gästen, die sich dauerhaft nicht angemessen benehmen? Man schmeißt sie raus.

Die Natur hat uns schon vorgemerkt.

Per Naturgesetz.



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