Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum: Klimakrise in Zahlen, global gesehen

Länder mit den jährlich größten Emissionen von Kohlenstoffdioxid aus energetischer Nutzung (Verkehr, Heizen, Stromerzeugung, Industrie)
(Top 10 Stand 2016)

China 28,21% | USA 15,99% | Indien 6,24% | Russland 4,53% | Japan 3,67% | Deutschland 2,23% | Südkorea 1,75% | Iran 1,72% | Kanada 1,71% | Saudi-Arabien 1,56%

>> Quelle: n.n. (2016): „Die zehn Länder mit dem größten Anteil am CO₂ Ausstoß weltweit im Jahr 2016“. in: Statista Research Department, 1,12.2016, online unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/179260/umfrage/die-zehn-groessten-c02-emittenten-weltweit/ (Abrufdatum 12.6.2019)

Länder mit der größten aufsummierten Gesamt-CO₂-Emission 1918-2012

USA 26% | [EU 22%] | China 12% | Russland 8% | Deutschland 5,6% | Indien 3%

>> Quelle: Nelles/Serrer 2018, 44
check https://www.climatewatchdata.org/ http://cait.wri.org/ []

32 Staaten verursachen derzeit 80% der gesamten weltweiten CO₂-Emissionen.

>> Quelle: Merlot, Julia (2018): „Uno-Konferenz in Katowice Wer ist Klimasünder Nummer eins?“ in: Der Spiegel, 13.12.2018, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimakonferenz-in-katowice-wer-ist-klimasuender-nummer-eins-a-1241962.html (Abrufdatum 24.6.2019)

10 Staaten verursachen derzeit fast 2/3 der gesamten weltweiten CO₂-Emissionen

3 Staaten verursachen derzeit 50% der gesamten weltweiten CO₂-Emissionen

China = 1/4 | USA = 1/6

(Nr. 3 ist Indien mit 6,24%)

>> Quelle: Quaschning, Volker (2019): „Weltweite Kohlen­dioxid­emissionen und -konzentration in der Atmosphäre“, online unter: https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2/index.php (Abrufdatum 14.6.2019)

Energiebedingte CO₂-Emissionen weltweit, 2018: 33,1Gt CO₂ (+2,3% gegenüber Vorjahr)

2015 = 32,294Gt CO₂ | 2010 29,840Gt | 2005 27,136 | 2000 23,444 | 1995 22,134 | 1990 21,536 | 1985 19,800 | 1980 19,342 | 1970 14,890 | 1960 9,391 | 1950 5,961 | 1900 1,960 | 1860 333

>> Quelle „Wert 2018 ‚eneregiebedingt'“: Eichhorn, Christoph von (2019): „Klimaschutz: CO₂-Ausstoß steigt auf Rekordhoch“. in: Süddeutsche Zeitung, 27.3.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-co2-ausstoss-klimaschutz-1.4385141 (Abrufdatum 2.7.2019)
>> Quelle „Werte 1860-2015“: Quaschning, Volker (2019): „Weltweite Kohlen­dioxid­emissionen und -konzentration in der Atmosphäre“, online unter: https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2/index.php (Abrufdatum 14.6.2019)

Sämtliche anthropogenen CO₂-Emissionen weltweit, 2018: 42Gt CO₂ (=Rekord)

  • „Rein physikalisch betrachtet gibt es auf der Erde bislang keinen Klimaschutz. Denn dies würde voraussetzen, dass die jährlichen Treibhausgas-Emissionen sinken, und damit auch der Gehalt von Kohlendioxid in der Atmosphäre.“

>> Quelle: Eichhorn, Christoph von (2019): „Erderwärmung: Geplante Kraftwerke sprengen Klimaziele“. in: Süddeutsche Zeitung, 1.7.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-co2-emissionen-kohle-kraftwerke-1.4507114 (Abrufdatum 2.7.2019)

CO₂-Emissionen weltweit, nach Sektoren

  • Industrie 37%
  • Transport 23%, davon:
    • Straßenverkehr 17%
    • Luftverkehr 2,6%
    • Schifffahrt 2,5%
    • sonstige 1%
  • Dienstleistungen 11%
  • Haushalte 12%
  • Andere 17%

>> Quelle: Nelles/Serrer 2018, 40


Anders ausgedrückt:

CO₂-Emissionen weltweit durch

  • fossile Brennstoffe ca. 85%, davon
    • Kohle 44%
    • Erdöl 35%
    • Erdgas 21%
  • Zementproduktion 5% [in Beton steckt viel Zement]
  • Landnutzungsänderungen 10% (z.B. Entwaldung, Waldbrände)

>> Quelle: Nelles/Serrer 2018, 40


Laut der Zeit hält allein der Energie“riese“ RWE allein einen Anteil an den weltweiten CO₂-Emissionen von 0,47%.

>> Quelle: n.n. (2017): „Klimawandel: Peruanischer Bauer bringt RWE vor Gericht.“ in: Die Zeit, 30.11.2017, online unter http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/klimawandel-rwe-klage-bauer-peru (Abrufdatum 24.2.2018)


Methan-Emissionen weltweit durch

  • fossile Brennstoffe 29%
  • Viehhaltung 27%
  • Mülldeponien 23%
  • Reisanbau 11%
  • Biomasse und Biokraftstoff 10%

>> Quelle: Nelles/Serrer 2018, 42


Lachgas-Emissionen weltweit durch

  • Landwirtschaft 59% (Stickstoffe im Kunstdünger; Gülle)
  • Biomasse und Biokraftstoff 10%
  • Fossile Brennstoffe und Industrie 10%
  • Flüsse 9% (wg. eingeschwemmter Dünger-Stickstoffe)
  • anderes, z.B. menschliche Exkremente 12%

>> Quelle: Nelles/Serrer 2018, 43

Thema „Zement“:

  • „Laut einer Prognose der Internationalen Energieagentur führen das weltweite Bevölkerungswachstum und der Urbanisierungstrend bis 2050 zu einer Zunahme des Zementverbrauchs um mehr als 20 Prozent.“

>> Quelle: Römer, Jörg (2019): „Umweltfreundlich bauen: Zement, der heimliche Klimakiller“. in: Der Spiegel, 3.6.2019, online unter https://www.spiegel.de/plus/zement-der-heimliche-klimakiller-a-0d863a07-d143-4335-a64e-b10de499af21 (Abrufdatum 24.6.2019) [Paywall]

Dazu ist festzuhalten, dass schon zwei funktionierende, deutlich ökologischere Verfahren zur Zementherstellung existieren, die sich jedoch derzeit nicht durchsetzen können (vgl. ebd.).

Thema „committed emissions“ = Die künftigen Emissionen, die sich aus den Laufzeiten der derzeit in Betrieb befindlichen fossilen Kraftwerken ergeben.

  • Diese committed emissions (ca. 658 Gt CO₂) sind zu hoch zur Erreichung des 1,5°-Celsius-Klimaziels.
  • Zugelassen sind aber nur ca. 420 Gt CO₂

„Wissenschaftler … von der University of California haben ermittelt, dass diese bestehenden Kraftwerke sowie CO₂-intensive Fabriken und derzeitige Autos bei einer normalen Lebensdauer weitere Emissionen von rund 660 Gigatonnen verursachen werden [- zugelassen wären: 580t CO₂]. Damit wäre das im Pariser Klimavertrag angestrebte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, praktisch schon perdu… Zählt man … [die Emissionen von in Planung oder im Bau befindlichen Kraftwerken] auch dazu, vergrößert sich der fixierte Ausstoß um weitere 190 Gigatonnen.“

>> Quelle: Eichhorn, Christoph von (2019): „Erderwärmung: Geplante Kraftwerke sprengen Klimaziele“. in: Süddeutsche Zeitung, 1.7.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-co2-emissionen-kohle-kraftwerke-1.4507114 (Abrufdatum 2.7.2019)

  • Es gilt also, Laufzeiten zu reduzieren, was laut der oben genannten Studie „häufig auch wirtschaftlich tragbar“ (Eichhorn 2019) sei.

Die gute Nachricht inmitten der weniger guten: „Seit 2014 immerhin ist der Trend in Indien und China rückläufig, was unter anderem einem Boom bei den Erneuerbaren Energien zu verdanken ist.“ (Eichhorn 2019) []



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