Politik für Enkel*innen: Was ist politisch zu tun?

Wer die Vergangenheit wählt, verspielt die Zukunft.

Inhalt


Natur braucht einen Wert.

Ein wesentliches Grundproblem ist, dass Umweltverschmutzung keinen Preis hat. Unternehmensgewinne werden eingestrichen, die zur Erzielung dieser Unternehmensgewinne entstandenen Umweltschäden werden i.d.R. von der Allgemeinheit getragen. Das bedeutet Umweltzerstörung. Das bedeutet eine stillschweigende Subventionierung von umweltschädlichem Wirtschaften/Verhalten. Und es bedeutet, dass umweltschonendes Verhalten finanziell benachteiligt wird.

Übersetzt auf den einzelnen Verbraucher bedeutet das, dass man in diesen Tagen i.d.R. mehr bezahlt, wenn man klimaschonend per Bahn nach Paris reist, als wenn man rund 1t CO₂ in die Luft schleudert, um dort hin- und zurück zu kommen.

Übersetzt auf Firmen bedeutet das, dass umweltschonendes Wirtschaften einen Wettbewerbsnachteil bedeutet.


Es folgt:

Natur braucht einen Wert.

Die Menschheit braucht einen – wirkungsvollen – Preis für Umweltverschmutzung. Spezifisch auf die Klimakrise angewendet, liegt es hier nahe, CO₂ zu bepreisen.

Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, dazu:

  • „Wenn wir CO₂-Bepreisung hätten, dann würden die Preise im Supermarkt auch den CO₂-Gehalt reflektieren. Und dann, an der Kasse würden wir weniger bezahlen, wenn wir CO₂-freundlicher eingekauft hätten.“ (Nguyen-Kim 2019)


Anders ausgedrückt:

„Wir übersetzen gewissermaßen Klimaschädlichkeit in Geld.“ (ebd.)


So weit, so gut. Was die mit Wert bemessene Natur definitiv nicht gebrauchen kann, ist hingegen diesen Wert in einen weltweiten Handel mit Emissionsrechten zu übersetzen:

In Madrid (COP 25, Dez 2019) wurde in erster Linie über einen solchen globalen Handel mit CO₂-Emissionsrechten verhandelt. Erfolglos. Zum Glück. Denn auf diese Weise könnten Länder durch (angeblich seriöse) Zertifikate den eigenen Klimaschutz hinauszögern. In der Zeit führt Petra Pinzler dazu aus:

  • „[D]urch einen lax geschriebenen Artikel 6… [könnte es] jede Menge Zertifikate geben, die ihr Geld nicht wert sind – weil die Projekte, durch die angeblich CO₂ eingespart werden sollten, nicht seriös sind.

    Wenn Brasilien also beispielsweise in der einen Ecke den Urwald abfackelt, anderswo aber Wald anpflanzt – dann könnte es dafür Zertifikate bekommen und die weltweit verkaufen.

    Deutschland wiederum könnte sie kaufen und damit ein Verbot des Verbrennungsmotors hinauszögern – weil es ja durch die Zertifikate angeblich weniger CO₂ in die Atmosphäre entlässt.

    Es gab in Madrid noch irrere Ideen: Brasilien hätte gern Zertifikate verkauft, wollte die Einsparungen aber dennoch sich selbst gutschreiben. Diese wären dann also doppelt verbucht worden.“ (2019)

Es ist also gewissermaßen gut, dass hier die EU angesichts eines zu lasch geplanten Art. 6 nicht eingeknickt ist und die Verhandlungen in diesem Punkt lieber vorerst scheitern ließ.

  • So etwas ist im weltweiten Maßstab nicht überprüfbar bzw. nicht zu kontrollieren – es ist gänzlich unrealistisch, auch gerade vor dem Hintergrund der drängenden Zeit.
  • Jedes Land soll vor seiner eigenen Haustür kehren und umgehend seine Hausaufgaben machen. Und:
  • Der globale Handel mit Emissionsrechten würde auch bedeuten, dass der globale Süden ein eigenes (CO₂-Emissionen beinhaltendes) Wachstum unterlassen müsste, was quatsch ist und stark kolonialistische Züge trägt.

Quellen des Abschnitts Natur braucht einen Wert

>> Nguyen-Kim, Mai Thi (2019): „Klimawandel: Das ist jetzt zu tun! (feat. Rezo)“. in: maiLab, 14.9.2019, online unter https://www.youtube.com/watch?v=4K2Pm82lBi8 (Abrufdatum 30.9.2019)

>> Pinzler, Petra (2019): „Klimapolitik: Scheitern kann auch schön sein“. in: Die Zeit, 19.12.2019, online unter https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-12/klimapolitik-klimakonferenz-madrid-artikel-sechs-co2-klimaziele (Abrufdatum 19.12.2019)


Mit einem (jeweils nationalen) CO₂-Preis allein ist es indes bei Weitem nicht getan:



Wir müssen ran an unser Wirtschaftssystem.


Überschrift eines Gastbeitrages des Soziologen Harald Welzer in der Süddeutschen Zeitung:

  • „Wer vom Klimawandel spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen“.


Grundlegende Erwägungen:

Der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer weist angesichts der viel beschworenen Eigenheit des Menschen, immer mehr zu wollen, pointiert darauf hin, dass es „Folklore“ sei,

  • „es sei ‚der Mensch‘, der mittlerweile zu einer geologischen Kraft geworden sei und das Erdsystem nachhaltig aus dem Takt bringe“. Hieran stört Welzer die Perspektive eines vermeintlich unabänderlichen „kosmischen Verhängnisses“, das keine Verantwortlichen kenne. (vgl. Welzer 2018)

    Aber:

    „Es ist erst der global verbreitete wachstumswirtschaftliche Kapitalismus, also eine historisch extrem junge Wirtschaftsform, der die gigantischen Zerstörungswirkungen entfaltet, die systemisch zu werden drohen.“ (ebd.)

Auch Naomi Klein vertritt die Auffassung, dass es in erster Linie die aktuelle Ausprägung des Kapitalismus sei, die … jawohl: uns in die Scheiße geritten hat – und nicht der Mensch an sich. Womit der Buchtitel

  • „This Changes Everything: Capitalism vs. Climate“.
    (Buchtitel des 2015er Grundlagenwerks zur Klimakrise von Naomi Klein)

viel Sinn macht.

Klimakrise bedeutet mehr als hellgrüne Politik im Sinne einer Energie- Verkehrs- und Agrarwende plus den Kauf grünangestrichener Produkte.

  • Klimapolitik darf, kann und muss – entgegen der Altmaierschen Formel, die das Gegenteil behauptet – selbstverständlich auch auf Kosten von Wohlstand und Arbeitsplätze gehen – wo und in welchen Bereichen es notwendig ist.


Frage: Warum?

Antwort: Nun, weil es sonst irgendwann gar keine Arbeitsplätze und erst recht keinen Wohlstand mehr geben können wird.

  • Machen wir uns klar: Ohne eine konsequente Politik, die Wert auf Zukunftsfähigkeit und zukunftsfähige Arbeitsplätze legt, kommen wir nicht vom Fleck. Ohne nicht vom Fleck kommen bedeutet am Ende genau das wo wir nicht hinwollen: Keine Arbeitsplätze mehr und keinen Wohlstand.

Die Klimakrise macht in allen Lebensbereichen Veränderungen erforderlich, mindestens deutliche Mäßigungen des Konsums und Lebensstils von uns Industriestaatler*innen, eine Orientierung an einem noch auszuhandelnden „menschlichen Maß“ (vgl. Niko Paech 2012).



Wir alle, sowohl als Gesellschaft als auch als Individuen, werden uns und unser Verhalten stark ändern müssen – Bernd Ulrich hält dazu in der Zeit treffend fest:

„Wenn es einen Weg gäbe, die Klimawende auch ohne grundlegende Veränderungen bei Produktion, Konsum und Mobilität zu bewerkstelligen, dann hätte die GroKo ihn sicher schon gefunden.“ (Ulrich 2019)

Im Übrigen ist es angebracht einen Unterschied zwischen Überfluss- und Wohlstandsgesellschaft zu machen.

Es braucht immer ein(n) Mutige(n), die/der die Wahrheit ausspricht – das bin jetzt mal zur Abwechslung ich selber. Für Deutschland auf den Punkt gebracht:

Wir haben den Überfluss, der uns nie zustand, loszulassen, um die Chance zu wahren, einen grundlegenden Wohlstand zu erhalten.

Und genau das ist die Botschaft, die von einer/m (nicht grünen) führenden Politiker*in der deutschen Bürger*innen mitgeteilt werden muss.

  • Mit diesem eingeschenkten „reinen Wein“ wäre endlich die Voraussetzung für ein politisch probate Diskussion und Durchsetzung von Notwendigkeiten zu Veränderungen in allen Lebensbereichen gegeben: Dann hätte man eine fundierte Basis, auf der man miteinander reden kann – und sicher auch mehr Verständnis/Einsicht für Veränderungen.
  • Zurzeit gibt es (noch) eine stillschweigende Abmachung/Komplizenschaft zwischen weiten Teilen der Bevölkerung und den meisten Politiker*innen, eine gemeinsame Vogel-Strauß-Kopf-in-den-Sack-Taktik: Wir sitzen das Ding aus, machen Symbolpolitik – und ansonsten machen wir einfach weiter wie bisher.
  • Es bleibt am Ende die Frage, inwieweit deutsche Politiker*innen der älteren Semester rechts der (Dunkel-)Grünen die Dimension und Dringlichkeit der Klimakrise begreifen (wollen).

Und:
Mit „weniger Konsumieren, weniger Reisen, weniger kaufen“ ist es nicht getan. Unser wachstumsbasiertes Wirtschaftssystem „funktioniert“ nur, wenn wir ein HöherSchnellerWeiter-Leben im Überfluss führen, d.h. mehr konsumieren als notwendig, also: Überflüssiges kaufen, dass nach zwei Wochen in der Ecke steht. Und weil das in diesem System notwendig ist, lobt der Staat auch umgehend „Abwrackprämien“ u.ä. aus, damit die Nachfrage künstlich hoch bleibt – und Menschen kaufen dann Autos, die sie eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht benötigen.


Wenn also unsere Wirtschaft nur „brummt“, wenn Überfluss gelebt wird – und wenn wir diesen Überfluss loszulassen haben, um die Chance auf einen grundlegenden Wohlstand zu erhalten, folgt daraus logisch, dass wir unser Wirtschaftssystem hin zu einem weniger wachstumsorientierten Modell zu reformieren haben.


Auch hierüber erfahren wir nichts von deutschen Politiker*innen. Wenn diese – insbesondere die Vertreter*innen der Union – hervorheben, es liege an den Bürger*innen selbst im Interesse des Klimaschutzes Vernunft walten zu lassen und weniger zu konsumieren, dann ist das eine faustdicke Lüge, weil genau diese geforderte „Vernunft“ im derzeitigen wachstumsorientierten Turbokapitalismus in die Rezession führen würde. Dieses Dilemma muss schnellstmöglich aufgelöst werden. Jeff Daniels bzw. Will McAvoy hält dazu in The Newsroom fest:

„Der erste Schritt, ein Problem zu lösen, ist, zu erkennen, dass es eins gibt.“

Übersetzt auf die Klimakrise bedeutet das:

  • Ein erster Schritt, die Klimakrise zu lösen, ist, zu erkennen und gegenüber den Bürger*innen zu benennen, dass das Dilemma „Vernunft = weniger Konsum = Rezession | mehr Konsum = Klimakollaps“ nur durch grundlegende Reform des derzeitigen deutschen Wirtschaftsmodells hin zu einem weniger wachstumsorientierten Modell zu lösen ist.

Hier kommt mein Ansatz ‚LebeLieberLangsam‘ ins Spiel (siehe LebeLieberLangsam-Blog-Einführung)

Im 2018er „Wir sind dran“-Bericht vom Club of Rome ist dazu festgehalten:

  • „Dana Meadows lehrte uns: ‚Menschen brauchen keine riesigen Autos; sie brauchen Respekt. Sie brauchen keine überfüllten Kleiderschränke. Sie müssen sich attraktiv fühlen und sie brauchen Vielfalt, Schönheit, etwas Spannung. Menschen brauchen Identität, Gemeinschaft, Herausforderungen, Anerkennung, Liebe, Freude. Dies alles mit materiellen Dingen zu erfüllen, führt zu unstillbarem Appetit auf falsche Lösungen für echte Probleme. Die psychische Leere ist eine der Triebkräfte für den Wunsch nach materiellem Wachstum. Eine Gesellschaft, die ihre immateriellen Bedürfnisse artikuliert, sucht und findet auch immaterielle Wege, diese zu befriedigen. Sie benötigt dann viel weniger Rohstoffe und Energie, böte dafür aber höhere menschliche Erfüllung’“. (Meadows et al. 1992)

Erläuterung Club of Rome und Quellen des Abschnitts Wir müssen ran an unser Wirtschaftssystem

>> Erläuterung Club of Rome: Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus aller Welt aus diversen Fachbereichen. Berühmt wurde der Club of Rome 1972 durch die Veröffentlichung des Bestsellers Die Grenzen des Wachstums, welches der Menschheit global erstmals klarmachte, dass ein endloses Wachstum in einer begrenzten Welt nicht geben kann und mit Umweltverheerungen einhergehen muss. (s.a. Aspekt Wir haben’s nicht gewusst in Abschnitt Klimawissenschaftsleugner*innen auf Partys bzw. bei Diskussionen.)


>> Daniels, Jeff (Rollenname: Will McAvoy), The Newsroom; im Original heißt es: “First step in solving any problem is recognizing there is one.” Sorkin, Aaron (2019): „The Newsroom Script Episode 1“. in: goodreads, online unter https://www.goodreads.com/work/quotes/23633463-the-newsroom-script-episode-1 2012 (Abrufdatum 13.7.2019)

>> Meadows, Donella, Randers, Jörgen und Meadows, Dennis (1992): Beyond the Limits. Confronting global collapse. White River Junction: Chelsea Green. Auf Deutsch übersetzt zitiert in: Weizsäcker, Ernst Ulrich von; Wijkman, Anders et al. (2018): Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Club of Rome: Der große Bericht. Gütersloher Verlagshaus. S. 196.

>> Paech, Niko (2012): Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. oekom.

>> Ulrich, Bernd (2019): „Europawahlergebnis: Angriff aus dem Kinderzimmer“. in: Die Zeit, 26.5.2019, online unter https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-05/europawahlergebnis-klimapolitik-fridays-for-future-protestwahl-gruene/komplettansicht (Abrufdatum 24.6.2019)

>> Welzer, Harald (2018): „Naturgewalt Mensch: Wer vom Klimawandel spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.“ in: Süddeutsche Zeitung, 8.6.2018, online unter https://www.sueddeutsche.de/kultur/naturgewalt-mensch-wer-vom-klimawandel-spricht-darf-vom-kapitalismus-nicht-schweigen-1.4001415 (Abrufdatum 31.5.2019)



Erforderlich ist ein komplette, gedankliche

Grundlegende Neuausrichtung von Politik und Gesellschaft.


Man kann die Dinge aus einer anderen, proaktiven Perspektive denken:

Was soll sich in Deutschland lohnen: Was soll belohnt und gefördert werden? Und was nicht?

  • Gesundheit – oder: Krankheit
  • Ein gutes Leben für Alle – oder: ein luxeriöses Leben für Wenige
  • Ein Leben basierend auf den Menschenrechten – oder: ein Leben, das im Grunde genommen auf faktischer Sklaverei, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen basiert
  • Kooperation – oder: Konkurrenz
  • Pflege – oder: Aktienbesitz
  • ÖPNV – oder: privater PKW
  • Schiene – oder: LKW/Autobahn
  • Liebe – oder: Geld/Leistung/Macht
  • Hygge – oder: Hybris
  • Regionale – oder: globale Produkte (z.B. bei Produkten, die auch hier wachsen)
  • Dinge die lange halten – oder: Produkte mit implementierter Obsolenz
  • erneuerbare – oder: fossile Energien
  • CO₂-vermeidendes Leben – oder: CO₂-Prasserei
  • Parität – oder: Männer (Parität =Frauen sind gleichwertig an relevanten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen beteiligt.)
  • Lebendige Städte u.a. mit guter Luft – oder: privater Pendelverkehr (MIV)
  • Strukturierte Städte – oder: zersiedeltes Land
  • Umwelt – oder: Untergang
  • Langfristiges – oder: Kurzsichtiges
  • bodenbewahrende – oder: konventionelle bodenvernichtende Landwirtschaft
  • Sauberes Trinkwasser – oder: Tierställe

>> Wenn man sich die Liste anschaut: Nichts ist, wie es sein sollte.

>> Aber: Die bessere Alternative ist nicht undenkbar, sondern vorhanden und ohne weiteres: denkbar.

Das ist eine Grundentscheidung, die dann ordnungspolitisch durch entsprechende Leitplanken und Normen begleitet werden kann. So wie es zurzeit in die falsche Richtung ordnungspolitisch durch entsprechende Leitplanken und Normen begleitet wird (und mit den Merkel’schen freiwilligen Selbstverpflichtungen).



Postfossile Gesellschaft und das Machtgefüge der Welt

Noch ein Aspekt: In einer postfossilen Welt werden i.d.R. keine Kriege um Öl geführt. Dies wird das globale Machtgefüge massiv verändern. Um zu illustrieren, wie viel Macht und umgekehrt Abhängigkeit das fossile Zeitalter – aber auch Krieg – mit sich gebracht hat, sei auf folgenden Aspekt hingewiesen:

  • „Konservativ geschätzt hat die USA zwischen 1999 bis 2003 allein für die Aufrechterhaltung ihrer militärischen Präsenz in der Golfregion 600 Milliarden Dollar aufgewendet.“ (Rammler 2017, 53-54)

>> Rammler, Stephan (2017): Volk ohne Wagen. Streitschrift für eine neue Mobilität. Fischer, S. 53-54, siehe hier auch zur engen „Verbindung zwischen unseren treibstoffsüchtigen Automobilflotten und Militärapparaten und der jahrzehntelangen Destabilisierung des Morgenlandes durch neoimperiale Ressourcensicherungspolitik der westlichen Industrieländer….“ (S. 48ff.)


Das bedeutet zweierlei:

  • Die Welt hat die Chance ohne diese Öl-Abhängigkeiten friedlicher zu werden.
  • Wenn jemand sagt, die Finanzierung des ökologischen Umbaus sei zu teuer – dann ist auf Basis obigen Zitats klar, dass diese Gelder zweifelsfrei vorhanden sind und wo die benötigten Mittel herkommen können. Sinnvolle Kriege gibt es nicht. In einer untergehenden Welt machen sie erst recht keinen Sinn.

Soweit ein kurzer Hinweis und Ausblick auf eine in Zukunft mögliche Gesellschaft, in der ohnehin zu wenig Arbeit für alle existiert und das Leistungsprinzip nicht mehr so krass identitätsprägend ist wie derzeit in Deutschland und den Industrienationen. Kommen wir zu den konkreten politischen Zielen, die zeitnah umzusetzen sind, damit wir die Chance haben, überhaupt über eine künftige Zivilgesellschaft nachzudenken:



Konkrete politische Ziele:

Vorweg: Fridays for Future’s Forderungen vom April 2019 entsprechen den Vereinbarungen des 2015er Pariser Abkommens (korrekt: „Übereinkommen von Paris“ vom 12. Dezember 2015) – das bedeutet, dass FfF lediglich das einfordern, was Deutschland ohnehin beschlossen hat – und damit sich ausschließlich auf Ziele berufen, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat.
Daher mutet es grotesk und mehr als verlogen an, wenn nun die Politik-Hühner im Hühnerstall erschrocken aufflattern und FfF-Forderungen als überzogen/unrealistisch/utopisch bezeichnen.

Letztlich sind die Forderungen von FfF lediglich ein undezenter Reminder an die Regierung Merkel.


In Luisa Neubauers Worten:

  • „Was wir [als Fridays for Future] machen ist: Wir setzen uns dafür ein, dass die Bundesregierung selbst gesteckte Ziele einhält. Schon das ist absurd, dass wir dafür auf die Straße gehen müssen – das sollte selbstverständlich sein.“ (n.n. 2019a)

Vereinbarungen des Pariser Abkommens, die Fridays for Future unter Einhaltung des IPCC-1,5°-Zieles einfordern:

  • Nettonull 2035 erreichen = Klimaneutralität bis 2035
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035
    (sog. „Dekarbonisierung“)
  • Subventionen-Stopp für fossile Energieträger bis Ende 2019
  • Abschaltung von 1/4 aller Kohlekraftwerke bis Ende 2019
  • Einführung einer CO₂-Steuer auf alle Treibhausgas-Emissionen. Zügige Preisentwicklung hin zu 180 EUR pro Tonne CO₂ – in Übereinstimmung mit den Vorstellungen des Umweltbundesamtes (nicht zu verwechseln mit dem Umweltministerium) (vgl. n.n. 2019b u. n.n. 2019c)

>> Anmerkung zu „Klimaneutralität“: Gemeint ist damit das Erreichen von Netto-Null-Emissionen, d.h. es darf weltweit jährlich nur noch so viel CO₂ emittiert werden, wie durch die Natur z.B. via Wälder aus der Atmosphäre entfernt wird.

Diese Ziele sind wünschenswert und selbstredend ein großer Schritt nach vorn.

Doch: Neben diesen auf eine Energiewende zielenden Forderungen und Ziele ist zweifellos auch in anderen Bereichen eine tiefgehende Umgestaltung unseres Lebensstiles erforderlich.

  • Eine grundlegende Verkehrswende, die nicht nur auf einen Austausch des Antriebssystems von Pkw setzt, ist erforderlich. Abgesehen von der ungünstigen Energiebilanz bei der Herstellung von E-Autos bzw. deren Batterien und den extremen Problemen rund um die Förderung der dafür nötigen seltenen Erden ist es einfach nicht sinnvoll zu viel fossilen Verkehr durch zu viel E-Auto-Verkehr zu ersetzen.

    • Eine ernstgemeinte Verkehrswende bedeutet die Umstellung von Privatbesitz-PKW-Individualverkehr (MIV) auf multimodale Sharing-Verkehrssysteme unter Betonung von Schiene, Zweirad und ÖPNV.

  • Zum Flugverkehr ist hier nur festzuhalten, dass dieser Wirtschaftszweig nicht weiter wachsen kann/darf – und zweifellos nicht alle Menschen der Welt in Flugzeuge steigen können. Dies wirft auch drängende Fragen der Climate Justice auf.

  • Eine grundlegende Agrarwende beinhaltet die Prioritätensetzung auf Bodenerhaltung und Bewahrung der Biodiversität. Eine Ende der Fleischexportwirtschaft scheint da m.E. der logische Schritt, weil die Nitratbelastung des Grund- und Trinkwassers durch Kunstdünger und Gülle dringend heruntergefahren werden muss. In diesem Sinne ist auch eine übermäßige und in diesem Sinne gesundheitlich schädliche Versorgung mit billigem Tierquäl-Antibiotika-Resistenzen-erzeugendes minderwertiges Fleisch künftig abzuwenden.


Noch einmal: Diese Ziele von FfF sind wünschenswert und auf jeden Fall ein großer Schritt nach vorn – aber:

  • Sie kratzen indes nicht am neoliberalen Wachstumsdogma, dem Finanzialismus, dem Extraktivismus (=übermäßige Ressourcenausbeutung) und dem globalen Kapitalismus inkl. Neo-Kolonialismus dieser Tage.
  • Dieser Party-Kit „Klimakrise“ verdeutlicht mindestens, dass die Vereinbarungen des Pariser Abkommens, die Fridays for Future unter Einhaltung des IPCC-1,5°-Zieles einfordern, keine Maximalanforderungen für die Bewältigung der Klimakrise, sondern eher die allerunterste Kante der tatsächlich notwendigen Maßnahmen darstellen.

  • Zurzeit befindet sich die Weltgemeinschaft tatsächlich auf einem „drei-bis-vier-Grad-Pfad“ bis 2100. (vgl. n.n. 2019d, n.n. 2019e, n.n. 2019h)

  • Der neueste UNEP-Bericht der UNO vom November 2019 wird im Spiegel wie folgt analysiert:

    • „Wenn die Weltbevölkerung so weiterlebe wie aktuell, droht die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 3,9 Grad statt wie angestrebt um nur 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu steigen. Selbst wenn alle Staaten ihre derzeit zugesagten Beiträge zum Klimaschutz auch wirklich erbringen, werden demnach 2030 noch immer 32 Gigatonnen CO₂ zu viel ausgestoßen, um das 1,5-Grad-Ziel erreichen zu können.“ (n.n. 2019h)

    • Originaltext des UNEP-Berichts:

      „Assuming that climate action continues consistently throughout the twenty-first century, a continuation of current policies would lead to a global mean temperature rise of 3.5°C by 2100 (range of 3.4–3.9°C, 66 per cent probability). This corresponds roughly to a tripling of the current level of warming as assessed by the IPCC (2018).“ (UNEP: n.n. 2019i)

    • Mit anderen Worten: Wir haben da derzeit ein überaus umfassendes CO₂-Gap, das dringend abgebaut werden muss.

  • In diesem Sinne fordern im November 2019 „mehr als 11.000 Wissenschaftlerinnen aus 153 Ländern … mehr Klimaschutz. Im Fachjournal BioScience (Ripple et al., 2019) konstatieren sie, ohne grundlegendes Umsteuern sei ‚unsägliches menschliches Leid‘ nicht mehr zu verhindern. Fast drei Viertel der 184 Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen, die Länder im Rahmen des Pariser Abkommens eingereicht haben, sind demnach nicht ehrgeizig genug. ‚Aus den vorliegenden Daten [und ohne weitere, ehrgeizige Zusagen] wird klar, dass ein Klima-Notfall auf uns zukommt.'“ (n.n. 2019f)


Im Spiegel ist dazu zu lesen:

  • „Gemessen am Ziel, den Ausstoß von klimaschädlichen Substanzen bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, seien nur die 28 EU-Staaten und sieben weitere Länder auf Kurs… Die Forscher fordern … Veränderungen vor allem in sechs Bereichen…[, darunter auch eine] nachhaltige Veränderung der Weltwirtschaft…“ (n.n. 2019g)

Quellen des Abschnitts Konkrete politische Ziele

>> n.n. (2019a): „Luisa Neubauer rechnet mit Klimapaket ab: ‚Regierung lässt Millionen junger Menschen fallen!'“. in: Stern, 26.9.2019, online unter https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/luisa-neubauer-rechnet-mit-klimapaket-ab—regierung-laesst-millionen-junger-menschen-fallen—8923594.html (Abrufdatum 2.10.2019)

>> n.n. (2019b): Quasi wörtlich übernommen aus: https://fridaysforfuture.de/wp-content/uploads/2019/04/Forderungen.pdf bzw. https://fridaysforfuture.de/forderungen/ (Forderungen vom April 2019, Abrufdatum 30.5.2019)

>> n.n. (2019c): „“Fridays for Future“ stellt erstmals konkrete Forderungen an die Politik“. in: Der Spiegel, 8.4.2019, online unter https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/fridays-for-future-schueler-stellen-forderungen-an-die-politik-a-1261773.html (Abrufdatum 19.6.2019)

>> n.n. (2019d): „CO₂-Reduzierung unzureichend: 11.000 Wissenschaftler warnen vor weltweitem Klimanotstand“. in: Der Spiegel, 5.11.2019, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimaschutz-unzureichend-forscher-warnen-vor-weltweitem-klimanotstand-a-1294979.html (Abrufdatum 6.11.2019)

>> vgl. n.n. (2019e): „‚Brown to Green‘-Report zur Klimakrise: Industrieländer treiben die Welt Richtung drei Grad Erwärmung“. in: Der Spiegel, 11.11.2019, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimaschutz-kein-g20-staat-ist-auf-1-5-grad-kurs-a-1295841.html (Abrufdatum 11.11.2019)

>> n.n. (2019f): „Tausende Wissenschaftler warnen vor Klima-Notfall“. in: Die Zeit, 5.11.2019, online unter https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2019-11/klimawandel-klimaschutz-pariser-klimaabkommen (Abrufdatum 5.11.2019)

>> n.n. (2019g): „CO₂-Reduzierung unzureichend: 11.000 Wissenschaftler warnen vor weltweitem Klimanotstand“. in: Der Spiegel, 5.11.2019, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimaschutz-unzureichend-forscher-warnen-vor-weltweitem-klimanotstand-a-1294979.html (Abrufdatum 6.11.2019)

>> n.n. (2019h): „Klimabericht der Bundesregierung: Deutschland hat sich bereits um 1,5 Grad erwärmt“. in: Der Spiegel, 26.11.2019, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klima-deutschland-hat-sich-bereits-um-1-5-grad-erwaermt-a-1298283.html (Abrufdatum 26.11.2019)

>> n.n. (2019i): „Emissions Gap Report 2019“. in: United Nations Environment Programme, online unter https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/30797/EGR2019.pdf?sequence=1&isAllowed=y (Abrufdatum 10.12.2019)



Klimakrise als Chance.

Die Klimakrise kann auch als Chance betrachtet werden: Anders zu leben. Weltweit. Ohne Sweatshops, ohne faktische Sklaven: Mit einem besseren Leben für Alle. Wir brauchen diesen Turbokapitalismus nicht. Es ist genug für alle da.


LebeLieberLangsam. Dann geht’s auch dem Planeten besser.

  • Es gibt eine ganze Menge Menschen und Gruppen mit Ideen da draußen, wie wir den Laden grundlegend umkrempeln können. Diese Ideen verbergen sich hinter Begriffen wie Postwachstumsökonomie, Gemeinwohlökonomie, Suffizienz, Degrowth, aber kleiner gedacht auch hinter Stichwörtern wie Solawi (=solidarische Landwirtschaft), Repair-Cafés…


  • Die (globale) Finanzwirtschaft – oder anders ausgedrückt: die Art wie Geld derzeit ‚funktioniert‘ wird sich deutlich verändern müssen:

    • ‚Shareholder Value‘ ist antisozial, denn es dient nicht der Gesellschaft oder dem Gemeinwohl, sondern verlangt auf Kosten von Gesellschaft, Menschen und Umwelt Gewinnmaximierung ‚um jeden Preis‘.

    • Nano-Sekunden-Handel ist nicht dem Menschen dienlich,

    • zahlreiche derzeitige Arten der sog. Derivate, die eher Spielcasino-Wetten gleichen, gehören schlicht verboten,

    • eine konsequente Finanztransaktionssteuer könnte hier hilfreich sein,

    • über die Art wie Zins und insbesondere Zinseszins funktionieren wäre nachzudenken,

    • Im kleineren Maßstab wiederum wären lokale Währungen zu unterstützen.

    • Auch Geld, dass nicht gehortet wird, sondern fließt, weil es andernfalls an Wert verliert, kann ein Ansatz sein.

    • Grundsätzlich sind die Verhältnisse zwischen Arm und Reich sowohl innerhalb von Gesellschaften als auch global deutlich anzunähern.



Die einfachste und seit langer Zeit sehr erfolgreich umgesetzte Art um Wirtschaft anders zu gestalten, ist die: Genossenschaft.

  • Fahren wir den Finanzialismus zurück und fördern wir massiv privatrechtliche Betriebe/Unternehmensformen, die keinen Gewinn im eigentlichen Sinne machen können – und wir sind da, wo wir hinwollen: Dann sind wir bei mittelständischen, dezentralen Unternehmen, die dem dienen, wofür Wirtschaft eigentlich gedacht ist. Sie dienen: Der Gesellschaft.

Revolutionär einfach. Und doch so Welt-bewahrend.


Geht nicht – gibt’s nicht. Denn:


Die Natur setzt uns die
Pistole auf die Brust – und das ist insbesondere dem Finanzialismus und dem Neoliberalismus zuzuschreiben.

Die Alternative – alles so lassen, nur an den kleinen Schrauben zu justieren – führt ins:
Aus.



Weitere politische Ziele bzw. hochwirksame Maßnahmen zum Klimaschutz.

  • Bäume pflanzen/globale Aufforstung.

Bäume sind sehr gute, langjährige CO₂-Speicher. Eine im Juli 2019 veröffentlichte Studie namens The global tree restoration potential zeigt, dass eine globale Pflanzung von Bäumen das 1,5°-Ziel „zweifellos“ erreichbar mache. Mittels Satellitendaten wurde ausgewertet, „wo auf der Erde Platz für neue Bäume wäre und wie viel Kohlendioxidmenge diese speichern könnten“ (Dambeck 2019). Die Erde könne „ein Drittel mehr Wälder [aktuell 2,8 Mrd Hektar + Fläche der USA = 900 Mio Hektar] vertragen, ohne dass Städte oder Agrarflächen beeinträchtigt würden“ (n.n. 2019). Bis zu 60 Jahre dauere es, bis die Wälder herangewachsen wären, dann aber „könnten sie 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern… Das entspricht rund zwei Dritteln der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die der Mensch seit der industriellen Revolution in die Atmosphäre gebracht hat.“ (Dambeck 2019). Die Wirkung einer solchen Maßnahme sei viel größer als bislang bekannt gewesen sei. „Umso wichtiger sei es nun, schnell zu handeln … [zumal] sich in einem insgesamt heißeren Erdklima die Fläche [reduziere], die überhaupt für Wald geeignet ist“ (ebd.).

  • Ebenfalls in der Studie wird erwähnt, dass „[d]ie Menschheit … den ursprünglichen Baumbestand der Erde wohl bereits halbiert“ (Charisius 2019a) habe.


Diese Bäume global zu pflanzen und zu pflegen (Aufwand!!!/praktische Umsetzung!!!) kann uns Menschen sicherlich ein bisschen dabei unterstützen, das wichtige 1,5°-Ziel statt das ungleich riskantere 2,0°-Ziel zu erreichen – die Dringlichkeit des Handelns und der starken Transformation bleibt auch beim massenhaften Bäume pflanzen angesichts der gigantischen Herausforderung ‚Klimakrise‘ ungebrochen: Zudem ist immer mehr Bäume pflanzen keine Dauerlösung auf diesem begrenzten Planeten, sondern kann allenfalls unterstützend wirken:

  • „Wälder können zwar Kohlendioxid aufnehmen und im Holz binden – aber eben nur in begrenzten Mengen während ihrer bis zu 100 Jahre dauernden Wachstumsphase. Will die Menschheit mit ihrem CO₂-Ausstoß weitermachen wie bisher, dann müsste sie alsbald die zwei-, drei- oder vierfache Fläche der USA freiräumen, um dort Bäume zu pflanzen.“ (Charisius 2019b) – freiräumen? Natürlich nicht.

Allgemein hat die Idee m.E. eine größenwahnsinnige Anmutung – und mich würde auch interessieren, inwieweit der positive Effekt wieder durch den (fossilen?) Energieaufwand bei Pflanzung und Pflege geschmälert wird… Trotzdem: Systematisch Wälder zu schützen und viele, viele neue Bäume zu pflanzen scheint dennoch definitiv richtig – es ist ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg der ‚großen Transformation‘.


  • Auf NGO-Ebene gibt es selbstredend schon länger umfangreiche Baumpflanz-Projekte. Hier engagiert sich u.a. die globale Nicht-Regierungsorganisation (Non-governmental organization) Plant for the Planet, die von dem seinerzeit 9-jährigen Felix Finkbeiner (*1997) gegründet wurde, unter der Schirmherrschaft von Fürst Albert von Monaco und Klaus Töpfer.

>> Hier gibt es Diskussionen um die Zahl der gepflanzten Bäume – und das Ziel 1000 Milliarden Bäume liegt offensichtlich in weiter Ferne, aber festzuhalten bleibt: Der Plant for the Planet-Ansatz ist Teil der Lösung.


  • Die Grüne Mauer im Sahel | The Great Green Wall | The Great Green Wall for the Sahara and the Sahel Initiative (GGWSSI)

    ist auch so ein 2007 von der Afrikanischen Union (AU) begonnenes Projekt, dass ein mindestens 15 km breites und etwa 8000 km langes Band quer durch Afrika unterhalb der Sahara in der Sahelzone etwa auf den Breitengraden vom Senegal, von Mali, Niger, Tschad, Sudan und Eritrea vorsieht. Etwa 15% des Projektes sind laut Projektkoordinator Elvis Paul Tangem (Stand 2017) umgesetzt. Inzwischen ist man davon abgekommen, dass dieser Baumwall unbedingt durchgehend zu sein habe – dies habe wohl in erster Linie große Symbolkraft. „Für den Agrarexperten [Chris] Reij geht es … weniger darum, massenhaft Bäume zu pflanzen, als vielmehr [pragmatisch von den örtlichen Gegebenheiten auszugehen, die Menschen einzubeziehen und in diesem Sinne] viele kleine, in den Dorfgemeinschaften verwurzelte Projekte zu unterstützen und existierende Baumbestände zu erhalten… [D]ie Verantwortlichen sprechen mittlerweile lieber von einem Mosaik als von einer Mauer. Außerdem geht die Initiative nun über die Sahelzone hinaus, insgesamt 21 afrikanische Staaten beteiligen sich“ (Goergen 2017). Klar ist auch, dass es hier um mehr geht, als um Bäume pflanzen.

  • Mitten in der Sahel-Zone, im unwirtlichen Norden von Burkina Faso hat ein einzelner Mann in dreißig Jahren harter körperlicher Arbeit (lang Jahre vollkommen allein) entgegen allen Widerständen (auch seiner Mitmenschen) gelungen, was westliche „Entwicklungshelfer“ vergeblich versuchten. Yacouba Sawadogo hat einen Wald geschaffen, „30 Hektar ehemals totes Land, 42 Fußballfelder, auf denen 60 verschiedene Bäume und Sträucher [und Getreide] wachsen, die größte Artenvielfalt in diesem Teil der Sahelzone“ (Jeska 2012) ( „Vor 20 Jahren stand hier nur ein Baum!“, ebd.) – und wurde er 2018 mit dem sog. alternativen Nobelpreis, dem „Right Livelihood Award“ ausgezeichnet (Grefe 2018).

Wenn ein einzelner Mensch in der Lage ist, einen 42 Fußballfelder umfassenden Wald zu schaffen mitten in der Sahelzone – dann zeigt das, wie viel eigentlich möglich wäre – und es ist m.E. äußerst frustrierend, dass es so oft bei einzelnen „Mutmachergeschichten“ bleibt – weil angeblich alles nicht geht. Machen statt reden. In diesem Fall allerdings hat Yacouba Sawadogo zahlreiche Nachahmer gefunden (vgl. Grefe 2018) – andererseits wurde das Projekt der eigene Erfolg zum Verhängnis: Dort, wo Wald und Felder waren und das Land wieder lebenswert war, baute die Regierung: Häuser. Sawadogo „tat das, was er immer getan hat, wenn das Leben sich ihm entgegenstellte: Er fing wieder von vorne an. Wanderte mit seiner Hacke ein Stück weiter: dorthin, wo niemand war und wo niemand sein wollte, hackte neue Löcher“ (Jeska 2012).

Quellen des Abschnitts Bäume pflanzen/globale Aufforstung

>> Bastin, Jean-Francois et al. (2019): „The global tree restoration potential“. in: Science, 5.7.2019, online unter https://science.sciencemag.org/content/365/6448/76 (Abrufdatum 5.7.2019)

>> Dambeck, Thorsten (2019): „Klimakrise Wälder könnten zwei Drittel aller CO₂-Emissionen ausgleichen“. in: Der Spiegel, 4.7.2019, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/waelder-koennten-zwei-drittel-aller-co2-emissionen-ausgleichen-a-1275799.html (Abrufdatum 5.7.2019)

>> Charisius, Hanno (2019a): „Lasst uns Milliarden Bäume pflanzen“. in: Süddeutsche Zeitung, 7.7.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/wissen/russland-china-usa-brasilien-klimawandel-wald-baeume-co2-treibhausgas-1.4513739 (Abrufdatum 7.7.2019)

>> Charisius, Hanno (2019b): „Aufforstung allein verhindert keine Klimakrise“. in: Süddeutsche Zeitung, 9.7.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-wald-1.4515837 (Abrufdatum 14.7.2019)

>> Fischer, Tin (2019): „Plant for the Planet: Weißt du, wie viel Bäumlein stehen?“. in: Die Zeit, 6.3.2019, online unter https://www.zeit.de/2019/11/plant-for-planet-ngo-projekt-aufforstung-daten (Abrufdatum 5.7.2019)

>> Goergen, Roman (2017): „Afrikas Grünstreifen: Wüstenbildung Einhalt gebieten“. in: Technology Review, online unter https://www.heise.de/tr/artikel/Afrikas-Gruenstreifen-3664743.html?seite=all (Abrufdatum 5.7.2019)
> Website des Projektes Great Green Wall: https://www.greatgreenwall.org/ (Abrufdatum 5.7.2019)

>> Grefe, Christiane (2018): „Yacouba Sawadogo: Bauer aus Burkina Faso erhält Alternativen Nobelpreis“. in: Die Zeit, 24.9.2018, online unter https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-09/yacouba-sawadogo-alternativer-nobelpreis-landwirtschaft-trockenheit-boeden (Abrufdatum 6.7.2019)
> siehe auch Film-Doku: Dodd, Mark (2010): Der Mann der die Wüste aufhielt. [=The Man Who Stopped the Desert] – kann hier bezogen werden: https://www.journeyman.tv/film/5581/the-man-who-stopped-the-desert (Abrufdatum 6.7.2019)

>> Hörnlein, Katrin (2918): „Felix Finkbeiner: ‚Nicht lange reden, direkt etwas tun'“. [Interview mit Felix Finkbeiner]. in: Die Zeit, 27.6.2018, online unter https://www.zeit.de/2018/27/felix-finkbeiner-umweltschutz-klimawandel (Abrufdatum 5.7.2019)

>> Jeska, Andrea (2012): „Sahelzone: Der Mann, der die Wüste aufhielt“. in: Die Zeit, 29.11.2012, online unter https://www.zeit.de/2012/49/Hunger-Sahelzone-Baeumepflanzer (Abrufdatum 6.7.2019)

>> n.n. (2019): „Bäume pflanzen gegen den Klimawandel“. in: Die Zeit, 4.7.2019, online unter https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2019-07/klimawandel-klimaschutz-aufforstung-baeume-pflanzen-co2-emmissionen (Abrufdatum 5.7.2019)


  • Moore erhalten bzw. renaturieren

Intakte Moore binden große Mengen an CO₂e:

  • „Die dort wachsende Biomasse wird nach dem Absterben nämlich kaum zersetzt, sondern lagert sich in Form von Torf ab. Moore besitzen dadurch die Fähigkeit, Kohlenstoff aufzunehmen und dauerhaft zu speichern – sie sind ‚Kohlenstoffsenken‘. Legt der Mensch das Moor trocken, kehrt sich der Prozess um: Die einstigen Feuchtgebiete setzen dann grosse Mengen an Treibhausgasen frei – vor allem Kohlendioxid, Methan und Lachgas.“ – „Wie gross das Problem ist, verdeutlicht jetzt eine Studie von Jens Leifeld [et al.] am Forschungsinstitut Agroscope in Zürich … Laut ihrer Rechnung könnten die Trockenlegungen in den Tropen ein bis vier Zehntel des Kohlenstoffbudgets aufbrauchen, das zur Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze benötigt wird.“

>> Titz, Sven (2019): „Mit den Mooren das Klima schützen“. in: NZZ, 11.11.2019, online unter https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimaschutz-was-der-verlust-der-moore-bedeutet-ld.1521230 (Abrufdatum 12.11.2019)

>> Erläuterung: Sahel = arabisch „As sahil“ = „Ufer der Wüste“ (Jeska 2012.)
>> Erläuterung ‚CO₂e‘: Das ‚e‘ hinter CO₂ steht für „Äquivalente“:
Zur Vereinfachung werden die anderen Treibhausgase wie Methan und Lachgas i.d.R. nicht gesondert aufgeführt, sondern auf Basis ihrer bekannten Klimawirkung in CO₂-Äquivalente (CO₂e) umgerechnet, vgl. Abschnitt Die Physik des Klimawandels: Treibhausgase).


  • Divestment (Kapitalabzug aus fossilen Unternehmen)

Das ist ein äußerst mächtiger Hebel, vgl. dazu die Kampagne Fossil Free, die u.a. von Barack Obama, Prince Charles und Al Gore unterstützt wird – mittlerweile ziehen sich diverse Pensionsfonds, Stiftungen sowie das Land Irland finanziell aus entsprechenden Unternehmen zurück – siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Divestment_(fossile_Energien) (Abrufdatum 5.7.2019)) []

  • Norwegen baut nunmehr, Stand Oktober 2019, Stück für Stück seinen Staatsfonds (der den Wohlstand der kommenden Generationen sichern soll) um und trennt sich von Anlagen in der Höhe von ca. 5,4 Milliarden EUR, die in die weltweite fossile Industrie investiert wurden. (vgl. n.n. 2019)

>> n.n. (2019): „Klimaschutz Norwegens Staatsfonds trennt sich von Öl-Aktien“. in: Der Spiegel, 2.10.2019, online unter https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/klimaschutz-norwegens-staatsfonds-trennt-sich-von-oel-aktien-a-1289752.html (Abrufdatum 2.10.2019)


  • Klimanotstand ausrufen.

Derzeit haben über sechzig Städte in Deutschland – darunter München, Konstanz, Kiel, Bochum, Wiesbaden und Heidelberg – den sog. ‚Klimanotstand‘ ausgerufen. Des Weiteren hat das EU-Parlament für Europa den ‚Klimanotstand‘ ausgerufen.

Hier streiten sich die Geister, inwieweit dies eine reine Symbolpolitik und somit überflüssig sei – und inwieweit der Begriff ‚Notstand‘, der ja eigentlich „eine Ausnahmesituation darstelle, deren Bekämpfung die Einschränkung von Bürgerrechten in Kauf nimmt“ (Gilbert 2019, 5) angemessen sei. „Manche Städte, darunter Kiel, sprechen deswegen in ihren Beschlüssen explizit vom international benutzten Begriff ‚climate emergency'“. (ebd.) „Berlin hat als erstes Bundesland eine ‚Klimanotlage‘ deklariert.“ (Wetzel 2019)

Was genau ist an Symbolpolitik prinzipiell schlecht? Nach meiner Ansicht sollte derzeit jede Maßnahme ergriffen werden, um den vielen noch vom unendlichen HöherSchnellerWeiter träumenden Bürger*innen zu verdeutlichen, dass wir vor drastischen Umbrüchen und Veränderungen stehen. (Die Nutzung des englischsprachige Begriff ‚emergency‘ könnte evtl. in Deutschland nicht klar genug machen, worum es tatsächlich geht.) Und im Ernst: Es herrscht faktisch Notstand – auch wenn er sich aktuell im Alltag der Deutschen nur bedingt zeigt.

>> Gilbert, Max (2019): „Hochdruck in den Städten“. in: Süddeutsche Zeitung, 12.8.2019, S. 5, online unter https://www.sueddeutsche.de/politik/klimanotstand-klimaerwaermung-staedte-1.4560324 (Abrufdatum 12.8.2019)

>> Wetzel, Jacob (2019): „München ruft ‚Klimanotstand'“ aus.“ in: Süddeutsche Zeitung, 18.12.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-klimanotstand-stadtrat-1.4729777 (Abrufdatum 22.12.2019)


In diesem Sinne auch:

  • Klimaschutz ins Grundgesetz. In die Verfassungen des Bundesländer. Und zwar nicht nur in die Präambel, sondern als eigenständiger Artikel od. Absatz eines Artikels. Und zwar explizit ergänzt um den Aspekt der nationalen und globalen Klimagerechtigkeit.


Ideen pro Nachhaltigkeit.

Hier eine Liste von Ideen, Anregungen und Möglichkeiten, der Klimakrise nachhaltig zu begegnen (in loser Folge):

  • Grundsatz: Money is it >> Nachhaltigkeit muss sich lohnen.

  • Angesichts der Dramatik der Klimakrise ist bei neuen Gesetzesvorlagen ein Klimavorbehalt einzubauen: Alle Gesetzesentwürfe sind durch eine Ethikkommission auf ihre Klimatauglichkeit hin zu prüfen.

  • Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist auf Überfluss angewiesen, um zu „funktionieren“ via „Wachstum“. Überflussgesellschaft und Shareholder Value auf der einen Seite und Wohlstandsgesellschaft und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite schließen sich gegenseitig aus. Es bedarf daher einer grundlegenden Umgestaltung, um einen noch zu definierenden – angesichts der ‚Verspätung‘, mit der wir auf die Klimakrise reagieren angenehmen – Wohlstand zu erhalten.

  • Normen, die in der EU gelten, haben auch für Non-EU-Staaten/Unternehmen, die in der EU Produkte verkaufen möchten, zu gelten. Die Einhaltung von EU-Arbeitsschutzgesetzen, EU-Umweltauflagen, EU-Sozialversicherungs-Aspekte haben über von der EU finanzierte in der EU ansässige Non-Profit-Unternehmen zertifiziert zu werden. Damit schützt man nicht nur EU-Arbeitsplätze und verhindert die Abwanderung von Firmen, sondern auch Menschen des globalen Südens vor Ausbeutung und Umweltzerstörung.

    • Bspw. Fast Fashion gehörte – was die EU betrifft – umgehend der Vergangenheit an.

  • Verlängerung der „gesetzlichen Gewährleistung“ (umgangssprachlich „Garantie“ genannt) insbesondere für elektronische Neuwaren von 24 Monaten auf z.B. fünf Jahre. Und zack, plötzlich würden die gleichen Geräte viel länger halten.

    • Dass so viele Geräte bereits nach wenigen Jahren kaputtgehen hat oftmals mit der sog. ‚geplanten Obsolenz‘ zu tun. Hier kommen von Herstellern bewusst eingebaute ‚Sollbruchstellen‘ zum Tragen. Dies kann ein elektronisches Bauteil sein, welches so konstruiert ist, dass es mit Absicht nicht „ewig“ hält; es kann fest verbaut/verklebt sein, ohne dass das nötig wäre, Ersatzteile könnten fehlen oder nicht mehr hergestellt werden, Software nicht mehr mit Updates funktionsfähig/Sicher gehalten werden – geplante Obsolenz fördert den Konsumismus bzw. die Wegwerfgesellschaft und tritt immer dann auf, wenn die/der Kund*in das Gerät weiter verwenden wollen würde, aber aus den erwähnten Gründen nicht mehr kann.

  • Erweiterte Auflagen zur Bereitstellung von Ersatzteilen, zur Rücknahme von kaputten Produkten und zu Recycling-Verpflichtungen mit dem Ziel einer Kreislaufwirtschaft (‚Cradle to Cradle‘). Wenn Produzenten ihre Produkte am Ende der Lebenszeit zurücknehmen und zudem Recycling-Auflagen zu erfüllen haben, werden sie ihre Produkte entsprechend so konstruieren, dass sie mit den zurückkommenden Rohstoffen möglichst viel anfangen können.

  • Nachhaltige Unternehmen könnten mit einer niedrigeren Gewerbesteuer belohnt werden, wie es z.B. Heidelberg plant (vgl. Friedmann 2019, 51.)

  • Gute Maßnahmen sind

    • ein Lobbyismus aufdeckendes/verhinderndes deutsches Transparenzregister,

    • ein Unternehmensstrafrecht sowie

    • die Ermöglichung von Gruppenklagen (statt nur Musterfeststellungsklagen) würden z.B. künftige Dieselskandale offensichtlicher machen.

  • Gegen die Verödung der Städte bzw. des Zusammenbruchs des Einzelhandels aufgrund von Onlinehandel schlägt Richard David Precht vor:

    • „Eine Idee in die richtige Richtung ist, den Erwerb von Konsumgütern über das Internet zu verteuern und den Einzelhandel steuerlich zu begünstigen. Bei einer Internet-Mehrwertsteuer von zusätzlich 25 Prozent wird der Einzelhandel wieder konkurrenzfähig. Und wenn der Bund den gigantischen Erlös an die Städte verteilt, ist auch wieder hinreichend Geld in der Kasse für Stadt- und Strukturentwicklung.“ (Precht 2019, 62)

    • In diesem Sinne auch:

      Die Gewohnheit, sich z.B. Kleidungsstücke systematisch in diversen Größen zu bestellen, um dann alles Nichtpassende und Nichtgefallende porto- und gebührenfrei zurückzuschicken ist klimaschädlich.

      „[J]edes sechste Paket wird wieder zurückgeschickt. Um Müllberge und Klimabelastung zu reduzieren, könnte eine gesetzlich vorgeschriebene Rücksendegebühr helfen… [so eine Studie]. Schon eine Gebühr von rund drei Euro könnte die Zahl der Retouren um 16 Prozent senken, erwarten die befragten Onlinehändler. Bei 490 Millionen zurückgeschickten Artikel im vergangen Jahr entspräche das etwa 80 Millionen Retouren weniger. Das würde dem Klima fast 40.000 Tonnen CO₂ ersparen“ (n.n. 2019, 16)

      Es würde auch dem fairen Wettbewerb dienen, weil kleinere Händler*innen sich gebührenfreie Rücksendung nicht leisten könnten. Zudem seien die Retouren im Preis einkalkuliert, so dass diese unter den neuen Voraussetzungen sinken könnten. (ebd.)

  • „Was möglich ist, wird in der Region produziert. Rohstoffe werden in den Herkunftsländern verarbeitet, sodass der globale Süden seine Abhängigkeit abgeschüttelt hat. Der Welthandel ist stark zurückgegangen, aber nicht unmöglich.“ (Anne Pinnow, Soziologin, Nachhaltigkeitsmanagerin und Ethnologin in: Wilms 2019, 9)
  • Italien führt derzeit das Schulfach Klimakunde ein. „33 Stunden im Jahr, eine Lektion pro Woche also. In allen Schulstufen, von der ersten Primarklasse bis zur Maturità. ‚Obligatorisch mit allem Drum und Dran, also auch mit richtigen Zensuren‘, sagt [der italienische Minister für Erziehung und Forschung] Fioramonti (Meiler 2019).

Quellen des Abschnitts Ideen pro Nachhaltigkeit

>> Friedmann, Jan (2019): „Tropennacht und Tigermücke“. in: Der Spiegel, 45/2.11.2019, S. 51.

>> Meiler, Oliver (2019): „Neues Schulfach: Warum in Italien Klimakunde unterrichtet wird“. in: Süddeutsche Zeitung, 26.11.2019, online unter https://www.sueddeutsche.de/bildung/italien-schulfach-klimawandel-unterricht-umwelt-1.4683139 (Abrufdatum 26.11.2019)

>> n.n. (2019): „Forscher für Rücksendegebühr im Onlinehandel.“ in: Hamburger Abendblatt, 12.12.2019, S. 16.

>> Precht, Richard David (2019): „Deutschlands Städte veröden. Die Lösung: Eine neue Steuerpolitik.“ in: Stern 48, 21.11.2019, S. 62.

>> Wilms, Beate (2019): „‚Es braucht eine positive Vision'“. [Interview mit Anne Pinnow]. in: tageszeitung, 31.12.2019, S. 9.



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