Klimawissenschaftsleugner*innen auf Partys bzw. bei Diskussionen

Abgesehen davon, dass wir es wohl alle bevorzugen würden, dass die Sache nicht so brisant wäre, gibt es natürlich auch noch Menschen, die sich der Sache total verweigern: Ihnen begegnet man immer mal wieder… wie damit umgehen?

  • Weigern Sie sich, über das „ob“ zu diskutieren – das Thema ist „durch“. Verweisen Sie einfach darauf, dass die/der GesprächspartnerIn offensichtlich nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge ist:
    • „Ouih, ich fürchte da bist Du aber so gar nicht auf dem aktuellen Stand. Mach Dich mal schlau.“
    • „Von den in den Parlamenten sitzenden Parteien vertritt in Deutschland nur noch eine diese Position.“
  • Bei Behauptungen des Gegenübers kann es hilfreich sein, nach dessen Quelle zu fragen – bitten Sie sie/ihn zu erzählen, wo sie/er die Information erhalten hat.
  • Bei zu allgemeinen Aussagen können Sie gezielter nachfragen und Präzision einfordern.
  • Wichtig ist, rhetorische rote-[bzw. grüne-]Socken-Ablenkungen à la „Das ist Sozialismus“ als solche zu benennen und dann wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kehren.

>> siehe auch:
Schleichert, Hubert (1997): Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zum subversiven Denken. Beck.


Bitte haben Sie kurzzeitig Verständnis für ältere Menschen: Sie wurden in eine Welt hineingeboren, in der es

  • nur 1/3 der Weltbevölkerung,
  • in Relation wenig Konsumismus gegeben hat und
  • in der „Fortschritt“ und „Wachstum“ noch ein Versprechen waren.

Da kann es dann schon mal schwerfallen, einzusehen, dieses scheinbar sichere Wissen als Lebenslüge, die zur Zerstörung des Planeten führen wird bzw. kann, zu entlarven.

Machen wir uns klar, dass es schmerzvoll sein kann anzuerkennen, dass das eigene gelebte Leben das Leben künftige Generationen beeinträchtigt oder gar unmöglich macht.

Gleichzeitig reden wir hier aber tatsächlich auch über die Generationen, die eben durch ihr Leben und die von ihnen mitverantworteten Entwicklungen bzw. Entscheidungen massiv zur heutigen Situation beigetragen haben.

(Das trifft natürlich mehr oder weniger auch auf mittlere Jahrgänge zu.)

Denn:
„Wir haben’s nicht gewusst“ ist ein Satz, der noch nie gegolten hat, wenn man etwas, was man bei genauerem Hinsehen wissen könnte, nicht wahrhaben wollte.

  • Spätestens seit der Veröffentlichung von The Limits to Growth (Die Grenzen des Wachstums) durch den Club of Rome im Jahre 1972 konnte jeder Mensch der westliche Industrienationen wissen, dass
    • die planetaren Grenzen definitiv endlich sind
    • somit die Wirtschaftswachstumsdoktrin und das HöherSchnellerWeiter-Leben auf Dauer nicht machbar ist und massiv auf Kosten der eigenen Kinder, Enkel und Urenkel geht.

>> Quelle: n.n. (1972): Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. [The Limits of Growth]. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.


In der Konsequenz dieses Gedankenganges rege ich an, die älteren Menschen recht deutlich an das daraus resultierende Handlungsgebot zu erinnern, für die jüngeren Generationen wählen zu gehen.

Das gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass es aufgrund des Pillenknicks und den Babyboomern viel mehr ältere Menschen gibt als jüngere. Rezo hält dazu fest:

Die größte Wahlmacht haben die Alten. Allein die über 70-jährigen – also nur ein bestimmter Teil der Rentner – haben anderthalbmal so viel Stimmen wie alle unter 30-jährigen. Die Rentner entscheiden also mehr über unsere Zukunft, obwohl sie diese Zukunft gar nicht mehr miterleben werden.“

>> Quelle: Rezo (2019): „Die Zerstörung der CDU“. in: Youtube.de, 18.5.2019, Min 53f., online unter www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ (Abrufdatum 24.6.2019)
>> Quelle von Rezo: n.n. (2017): „Bundestagswahl 2017: 61,5 Millionen Wahlberechtigte“ in: Bundeswahlleiter.de, online unter: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/wo-steht-die-bildungsrepublik-deutschland,RCmwxjP (Abrufdatum 24.6.2019)

  • Hier ist die Frage aufzuwerfen und zu diskutieren, ob angesichts der eklatanten Ungleichverteilung von Stimmrechten in den Generationen das Wahlrecht gewichtet werden sollte – sodass jede Generation – oder jeder Jahrgang – die gleiche Wahlmacht erhält. Ich persönlich habe jedoch einige Bauchschmerzen damit, denn ein einfaches und aufgrund dieser Einfachheit und Grundsätzlichkeit auch schwerlich manipulierbares Prinzip aufzugeben, sollte nicht leichtfertig erfolgen und i.d.R. unterbleiben.
  • Es ist indes nicht einzusehen, dass Kinder kein Stimmrecht haben – in jungen Jahren könnten die Eltern dieses Wahlrecht wahrnehmen – aber ab einem bestimmten Alter können Kinder durchaus eigenständig eine Entscheidung in der Wahlkabine treffen. Hiermit wäre zumindest das Prinzip „Eine Stimme pro Mensch“ in seiner Einfachheit erhalten und insgesamt ein besonderer, wünschenswerter Fokus auf Familien bzw. Kinder gelegt.
    • Möglicherweise würde diese Art der Partizipation auch ein erweitertes Interesse an demokratischen Prozessen wecken können – auf jeden Fall würden sich unsere jüngeren Mitbürger*innen vermehrt ernst- und wahrgenommen fühlen. Dies entspricht dem Trend, den wir von Eltern-Lehrer*innen-Kind-Gesprächen etc kennen.


Ein Zwischengedanke:

„Wer die Erderwärmung leugnet, ist der eigentliche Feind der Freiheit.“

Naomi Oreskes, Harvard-Wissenschaftshistorikerin (2014)
>> Quelle: Oreskes, Naomi (2014): „‚So wird die Ökodiktatur Realität'“. in: taz, 29.11.2014, online unter https://taz.de/!260513/ (Abrufdatum 14.7.2019); weitere Gedanken zu „Ökodiktatur“ siehe Abschnitt Das Bonmot von den Verboten.



Nächster Abschnitt: