Temperaturen und CO₂-Konzentrationen


Klimakrise in Zahlen:

Temperaturen auf der Erde…

in Schlagwörtern:

  • Seit 1900 ist die globale Durchschnittstemperatur um 1,1° Celsius angestiegen.

>> vgl. Rahmstorf, Stefan u. Schellnhuber, Hans-Joachim (2018): Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Therapie. München: Beck. S. 36.

  • „Die 20 wärmsten Jahre lagen in den vergangenen 22 Jahren.“
  • „Die sieben wärmsten Jahre fallen allesamt ins vergangene Jahrzehnt.“
  • „Die vergangenen vier Jahre waren nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 170 Jahren“:
    • 2018 war das viertwärmste Jahr = 1,0° Celsius über dem vorindustriellen Mittel
    • 2015, 2017 = 1,1°
    • 2016 = 1,2° (maßgeblich war hier ein ungewöhnlich starker El Niño-Effekt)

>> Quelle „die sieben wärmsten Jahre“: Otto, Friederike (2019): Wütendes Wetter. Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme. Ullstein, S. 29 (Rangfolge der weiteren wärmsten Jahre: 2014, 2010, 2003)
>> Quelle der beiden vorstehenden Zitate und der Daten: n.n. (2019): „2015 bis 2018 waren die wärmsten vier Jahre“. in: Der Tagesspiegel, 7.2.2019, online unter: https://www.tagesspiegel.de/wissen/daten-der-weltwetterorganisation-2015-bis-2018-waren-die-waermsten-vier-jahre/23959530.html (Abrufdatum 1.6.2019)

  • Um höhere Temperaturen als heute zu finden, muss man „bis vor die letzte Eiszeit zurückschauen: bis in die [sog.] Eem-Warmzeit vor rund 120.000 Jahren.“

>> Quelle: Rahmstorf, Stefan u. Schellnhuber, Hans-Joachim (2018): Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Therapie. München: Beck. S. 28.

2018 Was the Fourth Hottest Year on Record, NASA Goddard
https://youtu.be/2S6JTLRmQdU
  • Auch wichtig in diesem Zusammenhang: Im Unterschied zu früheren Temperaturschwankungen, wie etwa die der sog. kleinen Eiszeit, die nacheinander in verschiedenen Weltregionen verteilt über mehrere Jahrhundert stattfand, sehen wir jetzt „[i]m Gegensatz dazu …, dass die wärmste Periode der vergangenen zwei Jahrtausende [=letzte 150 Jahre], in der wir uns gerade befinden, auf 98 Prozent der Erde stattfindet“. Die Forscher*innen bezeichnen dies als „beispiellos“ (ebd.) – auch deshalb weil das das Tempo, mit der die Erwärmung stattfindet so rasant ausfällt.

>> Quelle und Zitat: Merlot, Julia (2019): „Globaler Temperaturanstieg: Schweizer Forscher entkräften Argument von Klimawandel-Leugnern“. in: Der Spiegel, 25.7.2019, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-frueherer-temperaturanstieg-oft-nur-regional-a-1278753.html (Abrufdatum 25.7.2019)
[weiteres Zitat zu Kleine Eiszeit: „Im 15. Jahrhundert hätten die tiefsten Temperaturen im Zentral- und Ostpazifik geherrscht, im 17. Jahrhundert in Nordwesteuropa und dem südöstlichen Nordamerika und im 19. Jahrhundert in wieder anderen Weltregionen.“]

  • „In Deutschland haben wir einen Temperaturanstieg von ungefähr 1,5 Grad der Jahresmitteltemperatur seit 1881.“

>> Quelle: Christian Franzke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsbereich Dynamik und Variabilität des Klimasystems, Uni Hamburg, in: n.n. (2019): „Extremtemperaturen Was der Klimawandel mit der aktuellen Hitze zu tun hat“. in: Der Spiegel, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/hitze-was-klimawandel-mit-dem-extremwetter-zu-tun-hat-a-1274390.html (Abrufdatum 28.6.2019)
>> Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 ein Plus von 1,4° Celsius in Deutschland, vgl. n.n. (2018): „Klimawandel: Wo sich Deutschland am stärksten erwärmt“. in: Der Spiegel, 24.9.2018, online unter https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-diese-deutschen-staedte-erwaermen-am-staerksten-a-1228984.html (Abrufdatum 14.7.2019)

  • Eckart von Hirschhausens Analogie über die klimatische Erderwärmung:
    • „Viele denken, ein Grad, zwei Grad, drei Grad – was macht denn den Unterschied. Als Arzt kann ich Ihnen sagen, es macht einen großen Unterschied, ob Sie 41 Grad Fieber haben oder 43 Grad. Das eine ist mit dem Leben vereinbar, das andere nicht.“

>> Quelle: Nguyen-Kim, Mai Thi (2019): „Rezo wissenschaftlich geprüft“. in: MaiLab, online unter www.youtube.com/watch?v=tNZXy6hfvhM (Abrufdatum 22.6.2019)

>> Hinweis: Weitere, graphische Veranschaulichungen der Erderwärmung und zur Temperaturentwicklung auf der Erde inkl. der sog. Hockeyschläger-Kurve siehe hier.


Klimakrise in Zahlen:

CO₂-Gehalt der Atmosphäre…

…in Schlagwörtern:

Die Keeling-Kurve mit den Messwerten des atmosphärischen Gehalts an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre, gemessen am Mauna Loa. 1962 erstmals vom Klimaforscher Charles Keeling veröffentlicht, wird diese seither stetig akualisiert.
Von Delorme – Eigenes Werk. Data from Dr. Pieter Tans, NOAA/ESRL and Dr. Ralph Keeling, Scripps Institution of Oceanography., CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46146497
s.a. Abschnitt Graphische Veranschaulichungen der Erderwärmung
  • CO-Konzentration 2019 = 415 ppm (parts per million)
  • Vor der Industrialisierung = 280 ppm
  • Zur Zeit der Geburt meiner Generation: 326 ppm (1971)

>> vgl. Quaschning, Volker (2019): „Weltweite Kohlen­dioxid­emissionen und -konzentration in der Atmosphäre“, online unter: https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2/index.php (Abrufdatum 14.6.2019)

Anders ausgedrückt:

  • Die globale Konzentration von Kohlendioxid ist seit Beginn der Industrialisierung um gut 44% gestiegen. Demgegenüber war die Kohlendioxid-Konzentration in den vorangegangenen 10.000 Jahren annähernd konstant.

>> Quelle: n.n. (2019): „Atmosphärische Treibhausgas-Konzentrationen“. in: Umweltbundesamt, online unter: https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/atmosphaerische-treibhausgas-konzentrationen#textpart-1 (Abrufdatum 19.6.2019)

  • „Dies ist der höchste Wert seit mindestens 800.000 Jahren“ – vor der Industrialisierung lag der Wert bei 280 ppm.

>> Quelle: Rahmstorf, Stefan u. Schellnhuber, Hans-Joachim (2018): Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Therapie. München: Beck. S. 33 u. 41.

Eine Folge der heftigen CO₂-Emissionen:

„Für jede Tonne, die irgendwo auf der Erde freigesetzt wird, etwa durch das Triebwerk eines Jets, verschwinden weitere drei Quadratmeter sommerliches Eis in der Arktis.“

Beispiel:

  • Flugreise HH-NYC (Shoppingtrip zu Zweit, Hin/Rück) = 2,465t/CO₂ *3qm *2 = 15 qm sommerliches Eis der Arktis
  • Das mit 200 Passagieren besetzte Flugzeug, in dem die beiden Shopper*innen sitzen, verursacht also rund 150 qm Eis-Verlust.

>> Quellen:
>> Zitat: Notz, Dirk (2016): „Mein Beitrag zur arktischen Eisschmelze. Messungen decken den Zusammenhang zwischen individuellem CO₂-Ausstoß und dem Rückgang des arktischen Sommereises auf“. in: Max-Planck-Gesellschaft, 3.11.2016, online unter: https://www.mpg.de/10815762/meereis-arktis-rueckgang (Abrufdatum 9.6.2019)
>> Zahlen nach: Weiß, Marlene (2016): „Die Arktis-Formel“. in: Süddeutsche Zeitung, 3.11.2016, online unter: https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-die-arktis-formel-1.3233125 (Abrufdatum 26.5.2019)



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