Fleisch, Fisch & Ernährung

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Fleisch & CO2

„Unser Planet ist ein Tierhaltungsbetrieb.“

>> Quelle und Zitat: Jonathan Safran Foer: 2019, 95 u. 184.

…und hat einen enormen Impact auf unsere persönlichen und gemeinsamen CO2-Emissionen.

„Noch immer stehen 80 Prozent der weltweiten Abholzung in direktem Zusammenhang mit der Landwirtschaft, vor allem betrifft das den Anbau von Futtermitteln.“

>> Quelle und Zitat: n.n. (2019): „Amazonas: Konsum frisst Regenwälder“. in: Greenpeace Nachrichten 3/19, S. 12

Im Gegensatz zu unserer Mobilität und unserem Energiebedarf kann man die Ernährung prinzipiell recht unkompliziert umstellen:

  • „Unsere Ernährung umzustellen wird nicht ausreichen im die Erde zu retten, aber wir könne sie nicht retten, ohne uns anders zu ernähren.“ (2019, 100)

>> Quelle und Zitat: Foer, Jonathan Safran (2019): Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können. Kiwi.

Der Anteil, den Viehhaltung an den CO2e-Emissionen zugeschrieben wird, wird sehr verschieden beziffert.
Doch selbst die Zahl am unteren Ende der Angaben – 14,5% – verdeutlicht, dass hier extremer Handlungsbedarf besteht (in diesem Sinne auch: Foer 2019, 197).

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Foer weist darauf hin, dass die ursprüngliche, aus dem Jahre 2006 stammende Zahl der FAO von 18% von selbiger bald nach Gründung einer „neuen Partnerschaft zwischen der FAO und der [US-]Fleischindustrie“ nach unten, also auf 14,5%, abgesenkt wurde. (ebd. 2019, 274)

Die Studie Livestock and Climate Change vom daus dem Jahre 2009 dimensioniert den durch Nutztierhaltung verursachten Anteil von CO2e-Emissionen vollkommen anders. Sie taxiert diesen Anteil auf

51%.

  • „The key difference between the 18 percent and 51 percent figures is that the latter accounts for how exponential growth in livestock production (now more than 60 billion land animals per year), accompanied by large scale deforestation and forest-burning, have caused a dramatic decline in the earth’s photosynthetic capacity, along with large and accelerating increases in volatilization of soil carbon.“

>> Quelle und Zitat: Goodland, Robert (2012): „FAO Yields to Meat Industry Pressure on Climate Change“. in New York Times, 11.7.2012, online unter https://bittman.blogs.nytimes.com/2012/07/11/fao-yields-to-meat-industry-pressure-on-climate-change/ (Abrufdatum 19.10.2019) [paywall]

Die 14,5 bzw. 18%-FAO-Studie berücksichtigt laut Foer (der sich auf Goodland bezieht) nicht, dass durch die Viehhaltung CO2-Reduktionen verloren gehen, wenn man dort zu einem beträchtlichen Teil Regenwald nachwachsen ließe. (Allgemein darf angenommen werden, dass der Regenwald nicht gerodet worden wäre, sodass es statthaft ist, die entgangenen Reduktionen einzurechnen). Zudem sei Tierzucht am gemessenen Standort (Minnesota) wesentlich effektiver als z.B. im globalen Süden, „wo der Sektor am schnellsten wächst. … Ebenfalls ausgelassen würde die ‚wesentlich höhere Menge an Treibhausgasen‘, die bei der Verarbeitung tierischer Produkte im Vergleich zu pflanzlichen Alternativen entsteht.“ (Foer 2019, 268). Weitere unberücksichtigte Aspekte seien die erforderliche Kühlkette, die Zubereitung und die Entsorgung von Nassmüll bzw. Nebenprodukten, die Nutzung veralteter Zahlen, die Tatsache, dass das sich in 12,5 Jahren abbauende Methan idealerweise nicht auf 100, sondern auf die Klimaschädlichkeit von 20 Jahren gerechnet werde. Auch die Atmung der Nutztiere sei nicht berücksichtigt. Tierische Produkte seien „für menschliches Leben nicht unabdingbar“ – „[G]roße Teile der Menschheit [essen] wenig bis gar keine Tierprodukte… Kurz:

Im Gegensatz zu den Büffelherden des präkolonialen Amerikas gehört Nutzvieh nicht zum natürlichen Kohlenstoffkreislauf. “ (ebd. 2019, 270-271)

Daher sei es sinnvoll, die Rechnung eher entlang der Studie des Worldwatch Institute zu gestalten.

Foer konstatiert, dass „vermutlich keine von den beiden“ Zahlen stimme, halte aber „die höhere für die deutlich überzeugender“. Im Übrigen beziehe sich „[e]in Bericht der UN-Vollversammlung [sowie des Weiteren ein UNESCO-Bericht]… auf die 51 Prozent statt auf die [UN!]-FAO-Einschätzung (ebd. 2019, 274): Nicht mal die UNO selbst glaubt an die FAO-Zahlen.

„Viehhaltung ist der Hauptgrund für Entwaldung.“ (ebd., 110)

„Nutztierhaltung ist verantwortlich für 91% der Rodungen im Amazonas.“ (ebd.,109)

„Laut UN-Klimarahmenkonvention stünden Rinder der Welt in Sachen Treibhausgasausstoß an dritter Stelle hinter China und den USA.“ (Foer 2019, 110)

>> Quelle und Zitate: Foer, Jonathan Safran (2019): Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können. Kiwi.

  • „[N]icht alle Treibhausgase sind gleich wichtig[:]… Auf ein Jahrhundert gerechnet hat Methan vierunddreißigmal so viel ‚Treibhauspotenzial‘ (die Fähigkeit Hitze einzuschließen) wie CO2. Auf zwanzig Jahre gerechnet, hat es sechsundachtzigmal mehr…Da Methan und Stickoxide kurzfristig sehr viel höhere Treibhausausgaben bedeuten als CO2, müssen sie am dringendsten gestrichen werden. Weil sie hauptsächlich dadurch entstehen, was wir essen, können sie am leichtesten gestrichen werden.“

>> Quelle und Zitat: Foer, Jonathan Safran (2019): Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können. Kiwi, S. 105-106.

>> Anmerkung: Das UBA rechnet mit dem CO2-Äquivalent (Treibhauspotenzial) von 25 und nicht 34. Aber auch „34“ ist eine gängige, oft genannte Zahl in diesem Zusammenhang (vgl. Abschnitt Die Physik des Klimawandels). Die Verweildauer von Methan beträgt 12,5 Jahre – sodass man tatsächlich mit politischen Entscheidungen in den Bereichen Ernährung/Landwirtschaft recht schnell in den Methan-Gehalt der Atmosphäre eingreifen kann. Und: Es macht wenig Sinn die Wirkung von Methan auf 100 Jahre hoch zu rechnen.

„Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, schrieb, es sei ein ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘, einhundert Millionen Tonne Getreide und Mais zu Biokraftstoffen zu verarbeiten, während fast eine Milliarde Menschen auf der Welt an Hunger leiden. Man könnte es als Körperverletzung mit Todesfolge bezeichnen.
Er sagte aber kein Wort davon, dass in der Nutztierhaltung jährlich etwa die siebenfache Menge an Getreide und Mais verfüttert wird – genug, um alle hungernden Menschen der Erde zu ernähren -, an Tiere, die von den Wohlhabenden gegessen werden. Dieses Verbrechen können wir als Genozid bezeichnen. Es ist also keineswegs so, dass die Massentierhaltung ‚die Welt ernährt‘. Die Massentierhaltung lässt die Welt hungern und richtet sie gleichzeitig zugrunde.

>> Quelle und Zitat: Foer, Jonathan Safran (2019): Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können. Kiwi, S. 192.


Fleisch & gesunde Ernährung

„Es stimmt, dass eine gesunde Ernährung teurer ist als eine ungesunde – etwa 550 $ pro Jahr. Und jeder sollte das Recht auf Zugang zu gesunden,bezahlbaren Lebensmitteln haben. Aber eine gesunde vegetarische Ernährung kostet pro Jahr im Schnitt etwas 750 $ weniger als eine gesunde fleischbasierte Ernährung.“

Foer weist dann noch auf die Kosten hin, die durch Fleisch-beförderte Zivilisationskrankheiten entstehen.

  • „Es ist also nicht elitär, wenn man sich für eine preisgünstigere, gesündere und ökologisch nachhaltigere Ernährungsweise einsetzt. Was mir dagegen elitär erscheint: Wenn jemand die Existenz von Menschen, die keinen Zugang zu gesunder Nahrung haben, als Ausrede nutzt, nicht zu verändern, statt als Antrieb, um diesen Menschen zu helfen.“

>> Quelle und Zitat: Foer, Jonathan Safran (2019): Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können. Kiwi, S. 193.


Fleisch & Ethik

Ein Gedanke vorweg:

„Stellen Sie sich vor, man würde erlauben, Hunde betäubungslos zu kastrieren – den Aufschrei in der Bevölkerung können Sie sich ausmalen.“

>> Quelle und Zitat: Jens Bülte in: Theile, Merlin (2019): „‚Stellen Sie sich vor, man würde erlauben, Hunde betäubungslos zu kastrieren.‘ Der Strafrechtler Jens Bülte über die unterschiedliche Behandlung von Haus- und Nutztieren sowie fehlende Kontrollen in deutschen Ställen.“ in: Die Zeit, Nr. 12/14.3.2019, S. 6.


  • „Tiere fühlen nicht, Tiere denken nicht, sie haben auch kein Bewusstsein, so [sah die Menschheit es traditionell und so] sehen es viele noch heute…“ (Abé, Nicola 2019, 29) – und ignorieren bzw. rechtfertigen damit die Massentierhaltung bzw. das Wegschauen (vgl. ebd.)

Da frage ich mich: Wenn das so gesehen wird, warum hält man sich dann so gerne nicht-fühlende, nicht-denkende, bewusstseins-lose Tiere? Vielleicht doch eher, weil man intuitiv weiß, dass Tiere viel mehr sind also das. Jede(r) Tierbesitzer*in weist stets auf die besonderen Charaktereigenschaften und die Intelligenz ihres/seines tierischen Lieblings hin.

Auch die Wissenschaft beweist mittlerweile, dass die Intuition von Tierbesitzer*innen nicht trügt:

  • „Tiere, das ist die Kernbotschaft, seien dem Menschen näher als lange angenommen. Sie sind soziale Wesen mit vielfältigen Gefühlen und haben sogar eine Art Bewusstsein.“ (Abé, Nicola 2019, 29)

Selbst den bekannten Marshmallow-Text, dem Kinder so gern unterzogen werden („Hier ist ein Bonbon – wenn Du lieber 2 Bonbons möchtest, musst Du Bonbon Nr. 1 fünf Minuten auf dem Teller liegen lassen“), bestehen auch Schweine:

  • „Binnen Tagen wird sie [ – die Sau ‚Madame‘ – ] in der Lage sein, genau das nicht zu tun. Sie wird ihre Impulse kontrollieren und auf sofortigen Genuss [zugunsten ihrer später servierten Lieblingsspeise] verzichten.“ (ebd. 30)

„Der Ethiker Peter Singer… gebraucht das Wort ‚Speziesismus‘, um den Blick des Menschen auf das Tier zu beschreiben. Er meint seine verzerrte Perspektive zugunsten der eigenen Spezies, nur sie unterliege danach einem moralischen Wertegefüge. Der Philosoph zieht Parallelen zum Sexismus, mit dem eine schlechtere Stellung von Frauen gerechtfertigt wird, sowie zur Rassenlehre des 19. Jahrhunderts, nach deren Logik Schwarzafrikaner versklavt werden durften. Das andere Geschlecht, die andere Rasse, und nun eben die andere Spezies wird als minderwertig betrachtet. Gerechtfertigt werde die Ausbeutung von Tieren mit Verweise auf die Unterschiede zum Menschen. …[Doch I]m Grunde sei es irrelevant, wie wenig sich Tiere und Menschen unterscheiden. … Einzig relevant sei, ob es leidet.“ (Abé, Nicola 2019, 30-31)

>> Quelle und Zitate: Abé, Nicola (2019): „Wie lebende Maschinen“. in: Der Spiegel, Nr. 33/2019, 10.8.2019, S. 29ff.


Fleisch & Tierhaltung

„Nottötungen“ – wtf ist das?

Nein, das sind nicht alles Einzelfälle. Es ist ein Fehler im System.

„Jedes fünfte in Deutschland für die Fleischindustrie geborene Schwein erreicht das Schlachtalter gar nicht, weil es erkrankt oder verletzt wird. In Zahlen bedeutet das: Mehr als 13,5 Millionen sogenannter Falltiere werden vorzeitig ’notgetötet'“. (Kwasniewski 2019)

Da stellt sich die Frage, wie so eine „Nottötung“ abläuft.

„Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass kranke oder verletzte Schweine in der Intensivtierhaltung nicht fachgerecht getötet werden.“ (Kwasniewski 2019) Das würde ja auch Geld kosten. Die Sprecherin der Tierrechtsorganisation, Sandra Franz, dazu im Spiegel: „Die betroffenen Tiere sind von vornherein als ‚Verluste‘ einkalkuliert. Da eine Behandlung der Tiere nicht rentabel wäre, werden sie einem langsamen und leidvollen Tod überlassen“ (ebd.). Und die Tierärztin große Beilage kommt in einer Studie über ankommende Tierkadaver in Tierkörperbeseitigungsanlagen zu dem Schluss: „Fast 62 Prozent der von große Beilage kontrollierten Schweinekadaver waren mangelhaft betäubt und/oder getötet worden.“ (ebd.) 300.000 Schweine pro Jahr – das hat nichts mit einzelnen schwarzen Schafen zu tun (vgl. ebd.) – das ist ein systemischer Fehler.

In meiner Wahrnehmung übernimmt man mit jedem Lebewesen in der eigenen Obhut auch die Pflicht, dieses artgerecht zu halten und im Krankheits-/Verletzungsfalle einem Tierarzt vorzustellen. Eine „Nottötung“ kann daher von der Logik der Sache her nur erfolgen, wenn dadurch größeres Leid verhindert wird – aber eben nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Wie abgestumpft ist unsere Gesellschaft eigentlich, dass es offensichtlich notwendig ist, diese Sätze zu schreiben?

Und warum werden überhaupt so viele Jungtiere krank, noch bevor sie ihr Schlachtgewicht erreichen? Der „Ausschuss“ ist logischerweise aufgrund der Haltungsbedingungen derart hoch.

Ein beliebtes Argument von Fleischliebhaber*innen ist, dass die Haltungsbedingungen schließlich durch Tierärzte und Kontrollbehörden überprüft würden und sie sich somit keine Gedanken machen müssten. Ja, so sollte es sein. Ist es aber nicht – und jeder weiß es. Und jeder weiß, dass jeder es weiß. Das hat System. Das ist verlogen. Wer hier mitspielt, handelt: verantwortungs-los.

Dazu hält der Spiegel fest:

  • „Die Kontrollen sind mangelhaft, die Veterinärämter so unterbesetzt, dass statistisch gesehen ein Tierhalter in Nordrhein-Westfalen nur rund alle 15 Jahre mit einer Überprüfung rechnen muss. Trotz vieler Verstöße kommt es nur selten zu Strafverfahren – in der Regel stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Geringfügigkeit oder mangels Beweises ein.“

>> Quelle und Zitat: Kwasniewski, Nicolai (2019): „Warum 13 Millionen Scheine im Müll landen“. in: Der Spiegel, 22.10.2019, online unter https://www.spiegel.de/wirtschaft/nottoetungen-in-der-schweinemast-qual-fuer-den-profit-a-1290250.html (Abrufdatum 22.10.2019)

  • „Im Jahr 2017 waren nach Auskunft der Bundesregierung 562.864 Betriebe in Deutschland tierschutzrechtlich konktrollpflichtig, es gab aber bloß 29.854 Kontrollen, weil auch die Veterinärämter völlig überlastet sind. Die Kontrolldichte lag also bei gut fünf Prozent, in manchen Bundesländern sogar noch darunter. In Bayern kommt im Schnitt nur alle 48 Jahre ein Kontrolleur vorbei.“

>> Quelle und Zitat: Jens Bülte in: Theile, Merlin (2019): „‚Stellen Sie sich vor, man würde erlauben, Hunde betäubungslos zu kastrieren.‘ Der Strafrechtler Jens Bülte über die unterschiedliche Behandlung von Haus- und Nutztieren sowie fehlende Kontrollen in deutschen Ställen.“ in: Die Zeit, Nr. 12/14.3.2019, S. 6.


Kastration von männlichen Ferkeln

Argumentation von Befürwortern:

  • Betäubungen dürften nur Tierärzte, davon gäbe es zu wenige (Anmerkung der Redaktion: Kostenfaktor!), das Fleisch unkastrierter Eber rieche beim Braten unangenehm, wolle man das vermeiden, müssten die männlichen Schweine früher geschlachtet werden und hätten dann nur 80 statt 120 Kg Schlachtgewicht = Thema Effizienz – und: Schlachtbetriebe seien auf 120 Kg eingerichtet und wollen keine 80-Kg-Schweine.

>> vgl. Ausführungen des Landwirtes Marcus Holtkötter in: Grefe, Christiane und Theile, Merlin (2019): ‚Das ist doch ökologischer Irrsinn‘. Die Grünen-Politikerin Renate Künast und der Landwirt Marcus Holtkötter streiten über Gülle im Grundwasser und die Frage, ob es nötig ist, Ferkel zu kastrieren.“ in: Die Zeit Nr. 45/30.10.2019, S. 32.

Mit anderen Worten: Es wäre ethisch angebracht, männliche Schweine früher zu schlachten. Das ist eine Zeile Gesetzestext. Simpel. Kann gleich morgen erledigt werden.

Thema: Kastenstand für Muttersauen

Argumentation von Befürwortern:

„Die Sau [liegt] nach dem Abferkeln [ – was für ein Wort! – ] bis zu 28 Tage im Kastenstand [und wird] in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt… Aber wenn wir darauf verzichten würden…, würden 30 bis 40 Prozent der Ferkel von ihr erdrückt.“

>> vgl. Ausführungen des Landwirtes Marcus Holtkötter in: Grefe, Christiane und Theile, Merlin (2019): ‚Das ist doch ökologischer Irrsinn‘. Die Grünen-Politikerin Renate Künast und der Landwirt Marcus Holtkötter streiten über Gülle im Grundwasser und die Frage, ob es nötig ist, Ferkel zu kastrieren.“ in: Die Zeit Nr. 45/30.10.2019, S. 32.

Renate Künast spricht hier von einer „grundsätzlich falschen Tierhaltung“ und hebt darauf ab, dass bei Massentierhaltung „viele Jungtiere sterben.“ (vgl. Abschnitt Nottötungen). Soll heißen: Die Ferkel überleben dann zwar den Kastenstand, „erleben“ aber vielfach nicht ihr Schlachtgewicht. Künast weiter: „Höhere Überlebenschancen bieten Außenklimaställe und Auslauf.“

>> Quelle und Zitate: Renate Künast zit. in: Grefe, Christiane und Theile, Merlin (2019): ‚Das ist doch ökologischer Irrsinn‘. Die Grünen-Politikerin Renate Künast und der Landwirt Marcus Holtkötter streiten über Gülle im Grundwasser und die Frage, ob es nötig ist, Ferkel zu kastrieren.“ in: Die Zeit Nr. 45/30.10.2019, S. 31.


„Eine Rewe-Supermarkt in Berlin: Im Kühlregal liegen in Plastikfolie eingeschweißte Fleischstücke: 100 Gramm Schweinenackensteak kosten 50 Cent. In der Gefriertruhe bei Netto findet sich im Angebot eine Großpackung Hähnchenkeulen. 1 Kilo für 1,24 Euro.“ (Abé 2019, 32.)

Mein persönliches Fazit lautet: Mit diesem Schweinesystem möchte ich nichts zu tun haben. Ich möchte daran keinen Anteil haben. Jeder Kauf von Billig-Fleisch stützt das System Massentierhaltung / Tierelend / Regenwald-Abholzung / Verlust von Artenvielfalt / Massenaussterben / Klima-Aufheizung / Trinkwasserverschmutzung / Dumping-Lohn. Rind geht auch Bio nicht nicht wegen CO2. Rind/Lamm/rotes Fleisch/verarbeitetes Fleisch (Wurst&Co) geht nicht wegen (Darm-)Krebsrisiko. Konventionelles Geflügel geht nicht wegen Antibiotikarestistenzen-Risiko. Bleibt nicht viel. Es bleibt: Veganismus oder selten frisches, nicht-rotes Biofleisch bzw. Milchprodukte auf der Stufe Bioland/Demeter.


Chancen.

  • „Wenn wir unsere Städte fahrrad- und fußfängerfreundlicher machen, mit mehr Grünflächen und gutem Nahverkehr, blasen wir nicht nur weniger CO2 in die Atmosphäre. Wir haben gleichzeitig sauberere Luft, bewegen uns mehr, haben weniger Atemwegserkrankungen, weniger Übergewicht, weniger Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Wenn wir die ökologische Landwirtschaft fördern und den Überkonsum von Fleisch reduzieren, profitieren davon Menschen, Tiere und die Umwelt. Alle das ist eine Riesenherausforderung, aber auch eine Riesenchance.“

>> Quelle: Evers, Marco (2019): „‚Jeder kann etwas ändern‘: Hitzetote, Hungernde, Flutopfer – die Epidemiologin Sabrin Gabrysch warnt vor drastischen Auswirkungen der Erderwärmung. Aber noch könne die Menschheit umsteuern.“ in: Der Spiegel, Nr. 32/3.8.2019, S. 98.

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