Fazit.

Fazit Nr. 1: Luftschlösser einreißen.

Menschen reden derzeit über und investieren viel, viel Geld in neuerliche Mondlandungen, Mars-Expeditionen, selbstfahrende Autos und Flugtaxis – lauter letztlich verzichtbare Luftschlösser – aber für die gigantischen irdischen Probleme gibt es hingegen kaum ein Bewusstsein.

Dieser Realitätsverlust ist… unmenschlich.

Ja, klar, Menschen brauchen Visionen – die Apollo-Missionen u.ä. haben die Menschheit sicher in vielerlei und auch in technologischer Hinsicht vorangebracht.
Angesichts der drohenden Existenzkrise der Menschheit gilt es aus meiner Sicht nunmehr vor allem eine Vision zu entwickeln: Wie es für uns weitergeht.

Gesellschaftlich. Politisch. Wirtschaftlich. Global.

Es geht gar nicht mehr um die Fragen:
> „Was ist ein gutes Leben?“ oder
> „Wie wollen wir leben?“

Es geht um unsere: Existenz.

„There are no gray areas when it comes to survival.“
(Greta Thunberg in Davos, 2019)

Jeder Cent von Luftschlössern hat daher m.E. in die Entwicklung von politischen, Lösungen der tiefen Krise unseres Planeten gesteckt zu werden.

Es geht nicht um’s gute Leben, sondern um unser Überleben.

Daher ist das hier auch kein Party-Kit.

Es ist ein Survial-Kit.


Fazit Nr. 2: Wir haben die Wahl.

Wir haben in Deutschland derzeit noch – nach menschlichem Ermessen und auf Basis des Standes der Wissenschaft – die Wahl zwischen

  • einem eher unangenehm warmen und streckenweise stürmischen Planeten mit der Chance auf einen gemäßigten Wohlstand, wenn wir jetzt individuell Handeln, die Zukunft aktiv mitgestalten und vor allem die Politik vor uns hertreiben und
  • einem Planeten,
    • auf dem Menschen schon in wenigen Jahrzehnten das Leben ihrer Großeltern für eine böse Anekdote halten werden,
    • Zivilisation und Wohlstand historische Begriffe sein werden und
      • unsere Kinder,
      • erst recht unsere Enkel und
      • ganz sicher alle nachfolgenden Generationen
    • für hunderte, wenn nicht tausenden von Jahren in einer dauerhaften Krisensituation des Mangels und des Kampfes ums Überleben kämpfen und diesen Kampf milliardenfach verlieren werden.

Haben wir wirklich eine Wahl?

Nein.

Lasst uns Anfangen.

Jetzt.

Nicht halbherzig.

Mit voller Kraft.

Sofort.

Heute.


Noch ’n Fazit:

Ich habe bei der Recherche – so detailliert, umfassend und langwierig sie war – trotz allem letztlich lediglich an der Oberfläche von unendlich vielen Tabellen und abertausenden Zahlen und Millionen von engbedruckten Seiten von wissenschaftlichen Studien gekratzt – der Klimawandel gilt nicht umsonst als das am besten erforschte Wissenschaftsfeld überhaupt.
Forschung ist eine gute Sache – aber diese dient seit vielen Jahren zu einem guten Teil dazu, ein paar Menschen von etwas zu überzeugen, die sich nicht überzeugen lassen wollen: Man kann sich hier im wahrsten Sinne totforschen.

Das ist eine Falle, die von den fossilen Gewinnlern mit ihren systematisch vorgebrachten ewigen Zweifeln gestellt wird, und in die die Klimawissenschaft und mit ihr gemeinsam die Politik und alle, die aufrichtig gern einen wohltemperierten Planeten behalten möchten, tief hineingetappt sind.

Ja, natürlich kann man z.B. das Insektensterben erforschen, bis sie alle, alle tot sind. Muss man aber nicht.

Es wäre m.E. hilfreich, das grundlegende Forschungsergebnis endlich als gegeben zu akzeptieren, und den Fokus von Forschung allgemein auf die Lösungen und zukunftsfähigen Ideen zu richten, z.B. auf die Optimierung von Technologien zur Zwischenspeicherung von Energie von erneuerbaren Energien.

Ihr seid dran.

Marc Pendzich.

PS:
#Film4Climate – Prince Ea „Three Seconds“ – Länge: 4:18 Minuten.
>> 1st Prize Short Film Winner – auf dem Klimagipfel in Marrakesch 2016
>> Prince Ea ist Spoken Word Artist und Rapper
>> Die einstellbaren (automatischen) englischen Untertitel helfen sehr!



#Film4Climate – 1st Prize Short Film Winner auf dem Klimagipfel in Marrakesch 2016
Prince Ea (2016): Three Seconds, online unter www.youtube.com/watch?v=sacc_x-XB1Y (Abrufdatum 6.7.2019)

s.a. Schilling, Sabine (2016): „Anthropozän: Der Zustand des Planeten aus Sicht von Prince Ea“. in: Spektrum, online unter https://www.spektrum.de/video/der-zustand-des-planeten-aus-sicht-von-prince-ea/1467337 (Abrufdatum 6.7.2019)

sowie das Video:
Prince Ea (2015): Dear Future Generations: Sorry, online unter www.youtube.com/watch?v=eRLJscAlk1M (Abrufdatum 6.7.2019)

Mein Manifest.

Apropos ‚Bitte mach mir den Teppich nicht nass, während du löschst!‘

Philipp Schröder, Experte für erneuerbare Energien und Ex-Tesla-Chef Deutschland, fasst die derzeitige Klimapolitik-Situation wie folgt in ein Bild:

„Man versucht ein Feuer zu löschen – das ist die Klimakatastrophe.  Und diejenigen, die die Feuerlöscher sind, sind … [die]  Politiker  … und um sie rum hüpfen Lobbyverbände, die sagen, ‚bitte mach mir den Teppich nicht nass, während du löschst.‘ … Allerdings sind wir alle … in einer Komfortzone, … und möchte[n] [auf dem] Sofa sitzen bleiben und … nicht nass werden – und das ist sehr schwer zu lösen.“ (13. Dezember 2018, Hervorhebung Pendzich)

Ich möchte nass werden.

Für mich selbst.

Für meine Kinder. Für alle unsere Nachkommen, die verdammt noch mal das gleiche Recht haben, in einem funktionierenden Ökosystem zu leben.

Für meine Enkel, denn es wäre schön, wenn es sie eines Tages geben könnte.

Für alle Menschen, die ich liebe. – Ja, und auch für die Menschen, die ich nicht mag.

Für ‚mein‘ Hamburg, für ‚meine‘ Nordfriesischen Inseln und sonstige von mir geliebte Orte.

Für Europa, als dessen EU-Bürger ich mich zugehörig fühle.

Für uns Menschen der sog. Industrienationen, in der Hoffnung, dass immer mehr Mitmenschen ebenfalls das Bedürfnis entwickeln, ’nass‘ zu werden, denn es ist eine pure Illusion, dass die Klimakatastrophe uns weniger treffen könnte. Die Erde ist ein ziemlich kleiner Planet für aktuell 7,6 Milliarden Menschen. Erst recht in einer globalisierten Welt, in der alles miteinander zusammenhängt.

Für die Menschen der Länder des Südens, die seit Jahrhunderten und bis zum heutigen Tag mit einem niemals eingelösten ‚Entwicklungsversprechen‘ von Politikern, Weltbankern und IWF-lern, von Unternehmern und auch den Verbrauchern der Industriestaaten verarscht und missbraucht werden – und nun auch noch zuerst und am heftigsten ‚den Kopf hinhalten‘ für die von ihnen garantiert nicht verursachte Klimakrise (‚Klimagerechtigkeit‘).

Für alle diejenigen Menschen, die aufgrund unserer westlichen ‚imperialen Lebensweise‘ und der daraus entstehenden sozialen Verwerfungen bzw. als einer von jetzt schon 20 Millionen ‚Klimaflüchtlinge‘ alles zurücklassen müssen. Würden wir G20-Bewohner unser anmaßendes ‚Leben im Überfluss‘ beenden, uns auf das ‚menschliche Maß‘ beschränken und statt dessen kosmopolitisch handeln, würden wir auch den „kollektiven Suizidversuch“ aufgeben oder zumindest die Chance wahren, ihn zu beenden (Rühle 2018 u. vgl. Brand/Wissen 2017).

Für das Wunder ‚Leben‘; für alles Leben auf dieser Erde, ob es nun CO2 generiert oder absorbiert; für alle Lebewesen, die mit unserem absurden Egotrip, der schlicht und einfach ins Nichts führt, nichts zu tun haben und doch fatalerweise uns Menschen bedingungslos ausgeliefert sind – und:

Für diese wunderbare Oase inmitten unbelebter Sterne, also: für diesen zum Kasino herabgewürdigten Planeten, für diese zutiefst geschundene Erde, auf dem wir rumtrampeln, anstatt uns so zu benehmen wie es sich für Gäste gehört (vgl. Rahbi 2018 u. Laurent 2016).

Für alles. Denn ohne alles ist alles nichts.


„Komm, tanz‘ im Regen ganz verwegen,
wild und ungestüm für Dich,
Du sollst nur du selber sein.“

(… statt Konsument.)

aus: ‚Regenzeit‘ (Song), Marc Pendzich, 1994

Quellen zu Mein Manifest.

n.n. (2018): „Klimaretter Deutschland – gut gedacht, schlecht gemacht?“ [Philipp Schröder im Gespräch mit Maybrit Illner.] in: Maybrit Illner, Talkshow im ZDF, 13.12.2018, online unter: 

Stichwörter „Oase inmitten unbelebter Sterne“ und „Planet zum Kasino herabgewürdigt„, siehe:

Laurent, Melanie und Dion, Cyril (2016): Tomorrow. Die Welt ist voller Lösungen. Film-Doku. Darin: Pierre Rabhi im Gespräch.

  • Hier heißt es:
    • „Diese unersättliche Menschheit sieht den Planeten nicht als wunderbare Oase inmitten unbelebter Sterne, in der das Leben herrlich ist: ein wahres Wunder eben.“

Rahhi, Pierre (2018): Manifest für Mensch und Erde. Matthes & Seitz Berlin, S. 89. Französische Originalausgabe 2008 unter dem Titel Manifeste pour la terre et l‘humanisme.

  • Hier heißt es:
    • Unser Planet ist „durch Plünderung und die Gesetze des Marktes von einer Oase zum Kasino herabgewürdigt“ worden.

Stichwort „menschliches Maß“, siehe:

  • Paech, Niko (2012): Befreiung vom Überfluss. oekom. S. 52.

Stichwort „Klimaflüchtlinge“:

„Auf der Weltklimakonferenz 2017 in Bonn … schätzten UNO-Experten, dass bereits heute 20 Millionen Menschen auf der Flucht vor Hitze, Dürren, Stürmen oder Überschwemmungen seien. Laut einer Weltbank-Studie könnten es bis zum Jahr 2050 mehr als 140 Millionen werden“ (22), siehe:

Stichwort „Imperiale Lebensweise“, siehe:

Brand, Ulrich u. Wissen, Markus (2017): Imperiale Lebensweise: Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus. oekom.

Stichwort „kollektiver Suizidversuch“, siehe     

Rühle, Alex (2018): „Klimawandel: ‚Gleicht einem kollektiven Suizidversuch'“. [Gespräch mit Hans Joachim Schellnhuber]. in: Süddeutsche Zeitung, 14.5.2018, online unter: 

Weitere Quelle:

Luley, Peter (2018): „Klima-Talk bei ‚Maybrit Illner‘: Im Weinbergschneckentempo.“ in: Der Spiegel, 14.12.2018, online unter: 

Mehr zum Thema ‚menschliches Maß‘ bei LLL:

Beitrag „Hybris vs Hygge / Hygge contra Hybris“:



Klimakrise: Weiterlesen im Netz:



Quellenverzeichnis „Klimakrise“

Tiefer einsteigen:
>> 4200 Seiten und 450 Minuten Basis-Wissen in alphabetischer Reihenfolge und nach Medium geordnet:

[fett gedruckt: Einige Hauptquellen des „Party-Kit Klimakrise“]

>> Literaturverzeichnis:

Bonner, Stefan und Weiss, Anne (2017): Planet planlos. Sind wir zu doof die Welt zu retten? München: Knaur. 320 Seiten. (Für Einsteiger)

Das Buch ist im Mai 2019 als überarbeitete Neuausgabe unter dem Titel Generation Weltuntergang: Warum wir schon mitten im Klimawandel stecken, wie schlimm es wird und was wir jetzt tun müssen bei Droemer erschienen.

Brand, Ulrich u. Wissen, Markus (2017): Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus. oekom. 224 Seiten.

Brasseur, Guy et al. (Hg.) (2017): Klimawandel in Deutschland. Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven. Springer Open. Auch als kostenfreies E-Book verfügbar: https://play.google.com/books/reader?id=KNhCDwAAQBAJ&hl=de&pg=GBS.PA24 (Abrufdatum 19.12.2018) (die nationale Version der IPCC-Berichte) ca. 350 Seiten.

Hartmann, Kathrin (2018): Die Grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell. München: Blessing. 240 Seiten.

Klein, Naomi (2015): Kapitalismus vs. Klima. Die Entscheidung. Frankfurt a.M.: S. Fischer. (Der Originaltitel ist besser gewählt: This Changes Everything: Capitalism vs. The Climate.) 704 Seiten.

Kopatz, Michael (2016): Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten. München: oekom Verlag. 416 Seiten.

Lesch, Harald u. Kamphausen, Klaus (2016): Die Menschheit schafft sich ab. Die Erde im Griff des Anthropozän. München: Knaur. 516 Seiten.

Lesch, Harald u. Kamphausen, Klaus (2018): Wenn nicht jetzt, wann dann? Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen. München: Penguin. 366 Seiten.

Nelles, David u. Serrer, Christian (2018): Kleine Gase – große Wirkung. Der Klimawandel. 132 Seiten. s.a. www.klimawandel-buch.de

Papst Franziskus (2015): Laudatio Si‘ – Die Umwelt-Enzyklika des Papstes. Leipzig: benno. 200 Seiten.

Rahmstorf, Stefan u. Schellnhuber, Hans-Joachim (2018): Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Therapie. München: Beck. 8., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. 144 Seiten.

Weizsäcker, Ernst Ulrich von u. Wijkman, Anders u.a. (2017): Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Eine neue Aufklärung für eine volle Welt. Club of Rome: Der große Bericht. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus. 400 Seiten.

Welzer, Harald (2016): Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Frankfurt a.M.: Fischer. 336 Seiten.

>> Kino-Dokumentationen zur Klimakrise:

  • Before The Flood. Film-Doku von Leonardo DiCaprio und Fisher Stevens, DVD, 2016.
  • Chasing Ice. Film-Doku von Jeff Orlowski über das per ‚Dauerfotografie‘ sichtbar gemachte Verschwinden des Polar-Eises, DVD, 2012.
  • Immer noch eine unbequeme Wahrheit. Die Zeit läuft. Film-Doku-Update von Al Gore, DVD, 2016.
  • System Error – wie endet der Kapitalismus? Film-Doku von Florian Opitz, DVD, 2018.
  • Tomorrow. Die Welt ist voller Lösungen. Film-Doku von Melanie Laurent und Cyril Dion, DVD, 2016.

Und immer wieder schön-schockierend, die Exxon- und Shell-Geheimstudien von 1982 bzw. 1988, in denen alles steht, was heute Realität ist:

>> weitere Links zu besonders lesenswerten Artikeln zur Klimakrise:

… sowie die Website des Bundesumweltamtes, die übrigens auch den Mitarbeiter*innen des Bundestages zur Verfügung steht: https://www.umweltbundesamt.de/



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